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Trauriger Rekord

Schulgewalt explodiert: 2187 Kinder vom Unterricht suspendiert

Schulgewalt explodiert: 2187 Kinder vom Unterricht suspendiert
FOTO: iStock, BKA/Florian Schrötter
3 Min. Lesezeit |

Die Zahl der Suspendierungen an Österreichs Schulen hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Schuljahr 2024/25 wurden 2187 Kinder und Jugendliche aufgrund gewalttätigen Verhaltens zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen.

Dies stellt einen deutlichen Anstieg dar, nachdem im Vorjahr 2000 Fälle verzeichnet wurden und die Zahlen vor der Coronapandemie bei knapp 1000 lagen. Laut Daten des Bildungsministeriums entfiel der Großteil dieser Maßnahmen auf Mittelschulen mit 1187 Fällen. An Volksschulen meldeten die Bildungsdirektionen 413 temporäre Ausschlüsse, während an Sonderschulen 328 Suspendierungen erfolgten. Betrachtet man die Suspendierungsrate im Verhältnis zur Schülerzahl, führen Sonderschulen mit etwa zwei Prozent, gefolgt von Polytechnischen Schulen mit sechs Promille und Mittelschulen mit fünf Promille.

Bei wiederholten Vorfällen von Gewalt, Drohungen oder Sachbeschädigung können Schüler für bis zu vier Wochen suspendiert werden. Für den markanten Anstieg der letzten Jahre werden mehrere Faktoren verantwortlich gemacht: Neben einer erhöhten Sensibilisierung für die Thematik spielen auch die Zunahme psychischer Probleme seit der Coronazeit sowie das Phänomen der „Wiederholungstäter“ eine Rolle, wie Bildungspolitiker und Schulverwaltung erklären.

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Neue Begleitmaßnahmen

Eine grundlegende Änderung tritt mit dem kommenden Schuljahr in Kraft: Suspendierte Schüler werden nicht mehr einfach vom Unterricht ferngehalten, sondern müssen verpflichtend an einer Suspendierungsbegleitung teilnehmen. Diese umfasst wöchentlich bis zu zehn Stunden psychosoziale Maßnahmen oder spezielle Projekte, die inner- oder außerhalb des Schulgebäudes stattfinden können. Ergänzt wird dies durch maximal zehn Stunden Unterricht, um den späteren Wiedereinstieg in die Regelklasse zu erleichtern.

Mit dieser strukturierten Tagesgestaltung soll verhindert werden, dass suspendierte Schüler ihre Zeit in Einkaufszentren oder Parks verbringen – ein Umstand, den Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) wiederholt kritisiert hatte.

Ministerielle Perspektive

Ab Herbst 2026 wird für betroffene Schülerinnen und Schüler eine verpflichtende Begleitung während der Suspendierung eingeführt, die Unterricht mit Reintegrationsmaßnahmen kombiniert. Wiederkehr sieht in den aktuellen Zahlen eine Bestätigung für den bestehenden Handlungsbedarf. In einem schriftlichen Statement betonte er die Notwendigkeit, diese Kinder und Jugendlichen bei ihrer Rückkehr in den regulären Unterricht optimal zu unterstützen, damit sie „eine echte Chance auf ein selbständiges Leben haben“.

Gleichzeitig zeigte sich der Minister zuversichtlich, dass die neuen Begleitprogramme zusammen mit zusätzlichem Unterstützungspersonal bald Wirkung zeigen werden – was sich seiner Erwartung nach auch in sinkenden Suspendierungszahlen niederschlagen sollte.

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KO KOSMO-Redaktion
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