Spritzen, Botox, verschreibungspflichtige Medikamente und keine einzige Zulassung. In Wien flog eine illegale Klinik auf.
Im Rahmen einer groß angelegten Schwerpunktaktion kontrollierten Wiener Behörden am Sonntag zahlreiche Betriebe und öffentliche Bereiche der Stadt. Die Gruppe Sofortmaßnahmen koordinierte den Einsatz, an dem unter anderem der LPD-Bereitschaftsdienst sowie die Finanzpolizei beteiligt waren. Ein zentraler Prüfpunkt war dabei die Einhaltung des Öffnungszeitengesetzes.
Illegale Klinik entdeckt
In Wien-Mariahilf stieß die Finanzpolizei im Zuge der Kontrollen auf eine Klinik, die ohne jede medizinische Zulassung betrieben wurde. Eine Hausdurchsuchung förderte Spritzen, Botox, Hyaluronsäure sowie verschreibungspflichtige Medikamente zutage. Die beiden Frauen, die den Betrieb führten, wurden wegen des Verdachts auf fremdenrechtliche Verstöße vorläufig festgenommen, die sichergestellten Präparate wurden beschlagnahmt.
Die Gesamtbilanz der Aktion umfasst 24 überprüfte Betriebe sowie 29 Anzeigen durch den Magistrat und sechs weitere durch die LPD Wien – unter anderem wegen Kurpfuscherei und Suchtgiftvergehen. Fünf Personen wurden vorläufig in Gewahrsam genommen. Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, zog folgendes Fazit: „Medizinische Behandlungen ohne die erforderliche Berechtigung bringen erhebliche Risiken für die Gesundheit mit sich. Dass wir bereits die elfte illegale Klinik aufgedeckt haben, zeigt, wie wichtig unsere laufenden Kontrollen sind – unter anderem auch an Sonn- und Feiertagen.“