Ein Schlangenbiss, ein Kleinkind, ein Wettlauf gegen die Zeit – und ein Gegengift-Transport unter Polizeieskorte.
Ein 15 Monate alter Junge namens Wells wurde auf der Bruce-Halbinsel in Ontario, Kanada, von einer Östlichen Massasauga-Klapperschlange in den Daumen gebissen. Der Vorfall ereignete sich am 18. Oktober. Aufgrund der Schwere des Bisses musste das Kind in zwei verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden und erhielt insgesamt 18 Dosen Gegengift.
Aufwendige Behandlung
Unmittelbar nach dem Biss brachte die Familie den Jungen in das rund 14 Kilometer entfernte Krankenhaus in Lion’s Head, Ontario. Dort wurde ihm zunächst eine Testdosis des Gegengifts verabreicht, bevor das Ärzteteam zehn der 14 verfügbaren Ampullen einsetzte. Anschließend wurde Wells in das Health Sciences Centre in London, Ontario, ausgeflogen.
Da die vorhandenen Vorräte nicht ausreichten, musste zusätzliches Gegengift unter Polizeieskorte aus dem Großraum Toronto nach London transportiert werden – womit Wells schließlich auf insgesamt 18 Dosen kam. „Uns war sofort klar, dass wir in einer ziemlich misslichen Lage waren“, sagte sein Vater Matt Huggett.
Seltene Schlangenart
Bei der Schlange, die den Jungen biss, handelt es sich um die Östliche Massasauga-Klapperschlange – die einzige noch vorkommende Giftschlangenart im Osten Kanadas. Dr. Rishi Ganesan, Kinderintensivmediziner am Health Sciences Centre in London, Ontario, hob hervor, dass bei kleinen Kindern aufgrund ihres geringen Körpergewichts Giftstoffe besonders rasch wirken und eine schnelle medizinische Versorgung daher entscheidend sei.
Wells wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und erholt sich zu Hause bei seiner Familie.