Selenskyj macht ein Angebot – doch Moskau bleibt kalt. Hinter den Kulissen laufen dennoch Gespräche, die alles verändern könnten.
Die Ukraine hat einen konkreten Vorschlag zur Beendigung des Krieges auf den Tisch gelegt. Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisierte seine Bereitschaft, die aktuellen Frontlinien als Grundlage für einen Waffenstillstand zu akzeptieren. In einem Gespräch mit dem US-Sender Fox News brachte er seine Position klar zum Ausdruck: „Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren.“ Und weiter: „Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.“
Parallel dazu will Selenskyj sowohl US-Präsident Donald Trump als auch europäische Staaten um verbindliche Sicherheitsgarantien ersuchen – was er als „das absolute Minimum, was wir heute von Russland fordern“ bezeichnete.
Kremls harte Haltung
Der Kreml zeigt sich von diesem Vorstoß jedoch unbeeindruckt. Wladimir Putin lehnt ein Einfrieren der Frontlinien ab, weil Moskau darin vor allem eines sieht: eine strategische Atempause, die der Ukraine die Möglichkeit zur Wiederaufrüstung verschaffen würde. An dieser Haltung hat sich nichts geändert – auch nicht angesichts der Tatsache, dass die ukrainischen Streitkräfte im Sommer dem russischen Vormarsch erfolgreich Widerstand leisten konnten.
Diplomatische Gespräche
Auf diplomatischer Ebene laufen die Bemühungen dennoch weiter. US-Unterhändler Steve Witkoff reiste nach St. Petersburg, um Putin neue Vorschläge zu übermitteln. Für November sind dreiseitige Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA anberaumt, die mögliche Wege zu einer Friedenslösung ausloten sollen. In diesem Rahmen könnte auch die Frage eines Gipfeltreffens der Regierungschefs erstmals konkret auf die Agenda kommen.