Weniger Ärzte, weniger Operationen, weniger Zukunft: Das AKH Wien steht vor einem Einschnitt mit System.
Die geplanten Budgetkürzungen der Bundesregierung für den Hochschulbereich haben weitreichende Konsequenzen für die medizinische Versorgung und Ausbildung am Wiener Allgemeinen Krankenhaus.
Die österreichische Regierung hat beschlossen, das Universitätsbudget für die Jahre 2028 bis 2030 auf knapp 16 Milliarden Euro zu begrenzen. Die Hochschulen hatten ursprünglich 18 Milliarden Euro eingefordert, um den inflationsbedingten Mehraufwand abzudecken. Das AKH Wien zählt zu den am stärksten betroffenen Einrichtungen – dort stehen bis zu 170 Ärztestellen auf dem Spiel.
Gefährdete Grundversorgung
Die MedUni Wien, die derzeit 1.630 Ärztinnen und Ärzte am AKH Wien beschäftigt, sieht die medizinische Grundversorgung in ernster Gefahr. Betriebsratsvorsitzender Stephan Konrad bringt die Lage auf den Punkt: „Die Kürzungen bedeuten eine Reduktion um zehn Prozent. Das betrifft 150 bis 170 Ärztestellen.“ Angesichts von rund 50.000 Operationen, die das AKH Wien jährlich durchführt, könnte diese Zahl künftig um 5.000 sinken – mit spürbaren Folgen auch für umliegende Krankenhäuser.
Ausbildung unter Druck
Neben der unmittelbaren Patientenversorgung gerät durch die Mittelkürzungen auch die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses unter Druck. Jährlich nehmen 800 neue Studierende ihr Medizinstudium an der MedUni Wien auf. Forschungskapazitäten und Lehrbetrieb sind durch die fehlenden Ressourcen bereits jetzt beeinträchtigt. Stephan Konrad formuliert das strukturelle Dilemma so: „Wir haben neue Forschungsstationen eröffnet, aber es fehlen die Köpfe, um diese zu nutzen.“ Ein Rückfall der MedUni Wien in internationalen Hochschulrankings gilt in diesem Szenario als realistisches Risiko.