Der 15-jährige britische Nachwuchsschauspieler Owen Cooper hat bei der 77. Emmy-Verleihung in Los Angeles Fernsehgeschichte geschrieben. Als bester Nebendarsteller in einer Mini- oder Anthologieserie ausgezeichnet, ist er nun der jüngste männliche Schauspieler, der jemals einen Emmy in einer darstellerischen Kategorie erhalten hat. Die Auszeichnung bekam Cooper für seine Darstellung des Jamie Miller in der Netflix-Produktion „Adolescence“.
Der am 5. Dezember 2009 in Warrington geborene Cooper überbrachte den bisherigen Rekord des jüngsten männlichen Emmy-Gewinners deutlich. In seiner emotionalen Dankesrede zeigte sich der Teenager überwältigt: „Hier oben zu stehen ist einfach so surreal. Ehrlich gesagt, als ich vor ein paar Jahren mit dem Schauspielunterricht begann, hatte ich nicht erwartet, jemals in den USA zu sein, geschweige denn hier. Aber ich denke, der heutige Abend hat bewiesen, dass man im Leben alles erreichen kann, wenn man zuhört, sich konzentriert und seine Komfortzone verlässt. Vor drei Jahren war ich noch nichts. Jetzt bin ich hier. Wenn man zuhört, sich konzentriert und ein bisschen aus seiner Komfortzone heraustritt, wen kümmert es dann, wenn man sich ein bisschen blamiert?“
Der junge Brite konnte sich gegen namhafte Konkurrenten wie Javier Bardem, Rob Delaney, Peter Sarsgaard, Bill Camp und Ashley Walters durchsetzen. Nach seinem triumphalen Auftritt in Hollywood wird Cooper, der in Begleitung seiner Eltern zur Preisverleihung erschienen war, rasch in seine Heimat zurückkehren. Bereits am Mittwoch wird er wieder die Schulbank in Warrington drücken – seine Lehrer hatten ihm eine Woche Sonderurlaub für den Hollywood-Trip gewährt.
⇢ Korsett-Hammer! Rita Ora zeigt fast alles vor Emmy-Nacht
Erfolgreiche Produktionen
Die preisgekrönte Serie „Adolescence“ räumte insgesamt acht Auszeichnungen bei 13 Nominierungen ab. Die am 13. März 2025 auf Netflix gestartete Miniserie dreht sich um den Schüler Jamie Miller, der nach dem Konsum extremer und frauenfeindlicher Internetinhalte unter Mordverdacht an einer Mitschülerin gerät. Neben Cooper wurden auch Stephen Graham und Erin Doherty für ihre Darstellungen in der Serie mit Emmys ausgezeichnet. Zu den weiteren Gewinnern des Abends zählten „The Studio“, „Hacks“, „Severance“, „Last Week Tonight With John Oliver“ und „The Late Show With Stephen Colbert“.
Seth Rogen konnte mit „The Studio“ gleich vier Emmy-Trophäen einheimsen, darunter die Auszeichnungen für die beste Comedyserie und als bester Hauptdarsteller. „The Pitt“ sicherte sich drei Emmys, unter anderem als beste Dramaserie. Für Überraschung sorgte Katherine LaNasa, die als beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie ausgezeichnet wurde.
Auch Jeff Hillers Sieg als bester Nebendarsteller in einer Comedy-Serie für „Somebody Somewhere“ galt als unerwarteter Erfolg – er setzte sich gegen Branchengrößen wie Harrison Ford durch.
Weitere Preisträger
Die „Late Show“ mit Stephen Colbert wurde als beste Talksendung geehrt, obwohl der Sender CBS bereits das Ende der Produktion angekündigt hatte. Weitere Preisträger waren Tramell Tillman und Britt Lower von „Severance“ sowie Jean Smart und Hannah Einbinder von „Hacks“. Cristin Milioti erhielt für ihre Rolle in „The Penguin“ den Emmy als beste Schauspielerin in einer Mini- oder Anthologieserie.
In den weiteren Kategorien setzte sich „The Traitors“ als beste Reality-Wettbewerbsshow durch. „Last Week Tonight With John Oliver“ wurde für das beste Drehbuch einer Variety-Serie ausgezeichnet, während „SNL50: The Anniversary Special“ in der Kategorie „Bestes Variety-Special (live)“ triumphierte. Adam Randall erhielt für „Slow Horses“ den Preis für die beste Regie einer Dramaserie, und Dan Gilroy wurde für das beste Drehbuch einer Dramaserie für „Andor“ geehrt.