Die Wohnungssuche in Österreich wird zur finanziellen Belastungsprobe: Mietpreise steigen landesweit um sechs Prozent, in Wien zahlt man bereits 21 Euro pro Quadratmeter.
Die Mietpreise in Österreich haben einen neuen Höchststand erreicht, wie aus einer umfangreichen Datenanalyse von ImmoScout24 hervorgeht. Die Auswertung von rund 180.000 Inseraten für befristete Wohnungen zeigt eine landesweite Preissteigerung von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt aktuell bei 15,2 Euro. Besonders stark betroffen sind Oberösterreich und Wien mit einem Preisanstieg von jeweils zehn Prozent.
In der Bundeshauptstadt müssen Mieter mittlerweile durchschnittlich 21 Euro pro Quadratmeter zahlen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung bedeutet dies eine monatliche Belastung von 1.471 Euro. Die Preisdynamik zeigt sich besonders deutlich in zentralen Lagen, wobei etwa 70 Prozent aller angebotenen Mietwohnungen befristet vermietet werden.
Die stärkste Preisexplosion verzeichnete Wien-Neubau mit einem Anstieg von 41 Prozent auf nunmehr 26,3 Euro pro Quadratmeter. Auch Wien-Brigittenau mit einem Plus von 25 Prozent sowie Wien-Landstraße mit 23 Prozent Steigerung gehören zu den Spitzenreitern dieser Entwicklung. In Wien-Hietzing (23,3 Euro/m²) und Wien-Hernals (21,3 Euro/m²) liegen die Preise mit einem Anstieg von 22 Prozent ebenfalls deutlich über dem Wiener Durchschnitt.
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Bezirksspezifische Unterschiede
„Jeder Bezirk erzählt eine eigene Geschichte“, erläutert Markus Dejmek, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich. „Deutliche Sprünge im Durchschnittspreis sind oft auf einzelne hochpreisige Bauprojekte zurückzuführen.“ Das bedeutet nicht, dass die günstigeren Wohnungen in diesen Bezirken verschwunden sind, zeigt aber dennoch die Realität auf, mit der Suchende heute konfrontiert sind.
Weniger dramatisch fiel die Entwicklung in anderen Teilen Wiens aus. Wien-Wieden verzeichnete einen Anstieg von 12 Prozent, Wien-Meidling legte um 13 Prozent zu, während Wien-Döbling ein Plus von zehn Prozent aufwies. In Wien-Floridsdorf blieben die Preise stabil, und Wien-Penzing verzeichnete lediglich einen moderaten Anstieg von zwei Prozent.
Entgegen dem allgemeinen Trend sanken die Angebotspreise in zwei Wiener Bezirken sogar leicht: In Wien-Alsergrund gingen die Quadratmeterpreise um ein Prozent auf 20,3 Euro zurück, während sie in Wien-Donaustadt um fünf Prozent auf 20,6 Euro pro Quadratmeter fielen.
Marktausblick 2025
Prognosen zufolge werden bis 2025 nur noch fünf Wiener Bezirke Mietpreise unter der 20-Euro-Marke pro Quadratmeter aufweisen: Wien-Favoriten mit 19,3 Euro, Wien-Simmering mit 18,5 Euro, Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus mit 17,1 Euro, Wien-Floridsdorf mit 18,4 Euro und Wien-Liesing mit 18,3 Euro.
Laut Dejmek hat sich die Nachfrage im laufenden Jahr auf hohem Niveau eingependelt, während das Angebot nur geringfügig weiter zurückgegangen ist: „2024 war das Jahr dramatischer Veränderungen am Markt hin zur Miete, 2025 ist das Jahr der Stabilisierung im neuen Normalzustand.
Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt hoch, das Angebot schrumpft immerhin nicht weiter, sondern scheint vorübergehend eine Talsohle erreicht zu haben.“