Ein 80-jähriger Lenker verursachte in der vergangenen Nacht als Geisterfahrer einen Verkehrsunfall auf der A1 in Fahrtrichtung Salzburg. Der betagte Autofahrer war zunächst ordnungsgemäß auf der Westautobahn Richtung Wien unterwegs, verließ die Strecke bei Regau, wendete sein Fahrzeug und fuhr anschließend entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung wieder auf die Autobahn auf.
Zahlreiche andere Verkehrsteilnehmer alarmierten die Exekutive (Polizei), nachdem sie zu gefährlichen Ausweichmanövern gezwungen waren. Dennoch setzte der Senior seine Irrfahrt über eine Strecke von mehr als 25 Kilometern unbeirrt fort.
📍 Ort des Geschehens
Unfall und Festnahme
Die gefährliche Fahrt endete in einem Zusammenstoß mit dem Wagen eines 54-jährigen ungarischen Staatsbürgers, der dem Falschfahrer nicht mehr ausweichen konnte. Bei der Kollision blieben beide Beteiligten unverletzt. Bemerkenswert ist, dass der 80-Jährige selbst nach dem Unfall seine Geisterfahrt fortsetzte. Erst durch das Eingreifen der Polizei konnte der Mann schließlich gestoppt werden.
⇢ Crash auf B4: Zwölf Verletzte nach Verkehrsunfall
Bei der anschließenden Befragung zeigte sich der Pensionist verwirrt und konnte keine Erklärung für seine lange Fahrt in falscher Richtung liefern. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet.
A1-Problemstrecke
Die A1 zählt laut der Ö3 Geisterfahrerstatistik zu den besonders betroffenen Strecken in Österreich. Allein im oberösterreichischen Abschnitt der Westautobahn verzeichneten die Radio OÖ Nachrichten im laufenden Jahr bereits drei Falschfahrten. Im Vorjahr war die Anzahl der Geisterfahrten auf der A1 in Oberösterreich von drei auf elf angestiegen.
Bei Fortsetzung dieser Entwicklung steuert das Bundesland auf einen neuen Negativrekord zu.
Risikofaktor Alter
Der aktuelle Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein bekanntes Phänomen: Laut österreichischer Unfallstatistik sind Autofahrer über 65 Jahre überproportional häufig in Geisterfahrten verwickelt. Verkehrspsychologen führen dies auf altersbedingte kognitive Einschränkungen oder Verwechslungen von Fahrtrichtungen zurück, besonders bei komplexen Verkehrssituationen wie Autobahnauffahrten.
In mehreren EU-Ländern, darunter Slowenien und Kroatien, wurden bereits strengere medizinische Kontrollen für Lenker ab 70 Jahren eingeführt. Verkehrsexperten empfehlen für Österreich ebenfalls regelmäßige verpflichtende Fahreignungstests ab einem bestimmten Alter sowie gezielte Sensibilisierungskampagnen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und solche gefährlichen Situationen zu vermeiden.