Der End Cement Protest blockierte am Montag ein Zementwerk bei Heidelberg. Aktivisten klebten sich auf der Zufahrtsstraße fest und prangerten die massive CO₂-Bilanz der Branche an.
Am Montag blockierten etwa zwölf Aktivisten einer bislang öffentlich nicht in Erscheinung getretenen Organisation namens „End Cement“ den Eingang zum Zementwerk von „Heidelberg Materials“ in Leimen, einer Stadt bei Heidelberg. Die Demonstranten fixierten sich teils mit Klebstoff auf der Zufahrtsstraße, während andere ein Transparent mit dem Slogan „It’s Time to End Cement“ präsentierten. Einsatzkräfte der Polizei mussten mit schwerem Gerät anrücken und die festgeklebten Personen mittels Meißel und Hammer vom Asphalt lösen.
Im Zuge der Aktion nahmen Beamte mehrere Beteiligte vorübergehend in Gewahrsam. Gegen Nachmittag konnte der Zugang zum Werksgelände wieder ungehindert genutzt werden.
Klimabilanz kritisiert
Die Protestierenden prangern nach eigenen Angaben die Umweltbilanz der Zementbranche an, die für rund acht Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes verantwortlich sei. Diese Emissionsmenge übersteige die Gesamtemissionen des afrikanischen Kontinents und betrage nahezu das Dreifache dessen, was der globale Flugverkehr verursache.
Den Konzern „Heidelberg Materials“, der früher unter dem Namen „HeidelbergCement“ firmierte, beschuldigen die Aktivisten trotz grüner Außendarstellung, unter allen DAX-notierten Unternehmen im Jahr 2023 die größten CO₂-Mengen freigesetzt zu haben. Bereits zwei Tage zuvor hatte ein Sympathisant der Gruppe die Fassade des Unternehmenssitzes mit Farbe beschmiert.
Wirtschaftliche Folgen
Wirtschaftsanalysten der Plattform „boerse-express.com“ gehen davon aus, dass die Aktion der Umweltschützer erhebliche Störungen in den Produktionsabläufen verursacht hat. Ein Sprecher der Polizei erklärte gegenüber der Zeitung „Bild“: „Über Schaden, der durch einen Produktions-Ausfall entstanden ist, liegen uns bisher keine Erkenntnisse vor“.
Auch an den Finanzmärkten zeigte sich eine Reaktion: Der Aktienkurs von Heidelberg Materials sank am Montag um 3,77 Prozent auf 144,35 Euro und liegt damit mehr als ein Fünftel unter seinem 52-Wochen-Höchststand. Neben den Demonstrationen belasten auch gegenwärtige zwischenstaatliche Handelsstreitigkeiten den Baustoffkonzern.
Die Protestaktion signalisiert einen Strategiewechsel: Klimaaktivisten wählen zunehmend neue, symbolträchtige Angriffspunkte abseits von Straßenblockaden.