Serbiens scharfer Protest gegen die Kosovo-Sudan-Anerkennung erschüttert die Balkan-Diplomatie. Belgrad spricht von einer groben Verletzung des Völkerrechts und zweifelt die Legitimität an.
Das serbische Außenministerium hat mit deutlicher Ablehnung auf die Absicht des Sudan reagiert, das Kosovo diplomatisch anzuerkennen. In einer offiziellen Stellungnahme äußerte Belgrad seine „ernsthafte Besorgnis über die gestern mündlich geäußerte Entscheidung des sudanesischen Außenministers“, die einseitig erklärte Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen. Die Diplomaten aus Serbien betonen dabei, dass dieser Schritt „eine grobe Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts, der UN-Charta und der geltenden Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats darstellt“.
Die kosovarische Präsidentin Vjosa Osmani hatte zuvor auf der Plattform X verkündet, vom sudanesischen Außenminister Ali Yusuf Al-Sharif während des Diplomatischen Forums in Antalya über die Anerkennungsentscheidung informiert worden zu sein. Gleichzeitig sollen auch diplomatische Beziehungen zwischen beiden Staaten aufgenommen werden. Osmani wertete dies enthusiastisch als „Beginn einer großen Partnerschaft“.
Legitimitätszweifel
Belgrad zweifelt jedoch die völkerrechtliche Legitimität dieser Entscheidung grundsätzlich an. Das Außenministerium verweist auf die prekäre innenpolitische Situation im nordostafrikanischen Land: „Die aktuelle politische Lage im Sudan, gekennzeichnet durch Unsicherheit und mangelnde Legitimität der derzeitigen Regierung, stellt die Gültigkeit solcher internationalen Entscheidungen infrage.“
Die serbische Seite bezweifelt explizit, dass die gegenwärtige sudanesische Führung überhaupt in der Lage sei, „Entscheidungen von entscheidender Bedeutung für die internationalen Beziehungen zu treffen, insbesondere bei Fragen, die die Souveränität und territoriale Integrität von UN-Mitgliedstaaten betreffen“.
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Die Anerkennung untergrabe zudem „die Bemühungen um eine friedliche Lösung der Beziehungen auf dem Balkan“.
Serbiens Appell
„Wir fordern die sudanesische Regierung auf, ihre Entscheidung angesichts der Komplexität und Sensibilität der Situation zu überdenken“, appelliert das serbische Außenministerium in seiner Erklärung. Gleichzeitig bekräftigt Belgrad seine Entschlossenheit, mit eigenen Maßnahmen „weiterhin für die Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität sowie für die Stärkung von Frieden und Stabilität in der Region“ einzutreten.
Gleichzeitig bekräftigt Belgrad seine Entschlossenheit, mit eigenen Maßnahmen für die Wahrung der territorialen Integrität einzutreten.