Während in Montenegro Wohngebiete vor Flammen geschützt werden, kämpfen niederösterreichische Feuerwehrkräfte auch in Griechenland gegen Waldbrände – aus einer Übung wurde Ernstfall.
Niederösterreichische Feuerwehrkräfte kämpfen derzeit an zwei internationalen Fronten gegen Waldbrände. Im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus, der teilweise von der Europäischen Kommission finanziert wird, sind die Einsatzkräfte sowohl in Montenegro als auch in Griechenland aktiv.
In Montenegro stehen die Feuerwehrleute vor extremen Herausforderungen. Sie schützen unter widrigsten Bedingungen Wohngebiete und Gewerbeimmobilien vor den vorrückenden Flammen. In Zusammenarbeit mit lokalen Feuerwehreinheiten gelang es ihnen, einen großen Gewerbebetrieb und mehrere Wohnhäuser erfolgreich zu sichern.
Besonders betroffen sind derzeit die südlichen und südöstlichen Landesteile Montenegros, wo großflächige Vegetationsbrände weiter aktiv sind. Die Lage bleibt angespannt, da sich die Flammen aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der schwierigen Geländebedingungen weiter ausbreiten können. Der Einsatz der niederösterreichischen Kräfte ist vorerst auf mehrere Tage angesetzt, eine Verlängerung je nach Entwicklung ist möglich.
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Die Brandbekämpfung gestaltete sich besonders anspruchsvoll: Die Teams mussten zunächst mit Motorsägen Zugangswege durch das Dickicht schaffen, bevor sie Löschleitungen über das unwegsame, felsige und steile Terrain verlegen konnten. „Während der Anfahrt zu einer Einsatzstelle zeigten unsere Feuerwehrmitglieder einmal mehr ihre Vielseitigkeit: Einige Kameraden wurden zu Ersthelfern bei einem Verkehrsunfall und übernahmen die Erstversorgung eines verletzten Lenkers bis zum Eintreffen der Rettungskräfte“, berichtet das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich.
Die Europäische Union hat in den vergangenen Tagen den EU-Zivilschutzmechanismus mehrfach aktiviert und zusätzliche Löschflugzeuge sowie Hubschrauber nach Montenegro entsandt, um die internationalen Einsatzkräfte bei der Eindämmung der Waldbrände zu unterstützen. Die Kosten für diese Maßnahmen werden von der EU getragen, da Südosteuropa weiterhin unter einer Reihe schwerer Brände leidet.
Einsatz in Griechenland
Gleichzeitig nimmt der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband am sogenannten Prepositioning (vorsorgliche Stationierung) in Griechenland teil. Diese regelmäßige Maßnahme des EU-Zivilschutzmechanismus war ursprünglich als langfristige Ausbildungsmaßnahme geplant und dient dem Wissensaustausch, der später an die heimischen Feuerwehreinheiten weitergegeben wird.
Das diesjährige Prepositioning findet in der Region Patras statt, die aktuell stark von Vegetationsbränden betroffen ist. Was als Übung konzipiert war, hat sich zu einem Ernstfall entwickelt: Die niederösterreichischen Kräfte unterstützen nun direkt bei der Bekämpfung der aktiven Brände.
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Ein 25-köpfiges Team des Sonderdienstes Flur- und Waldbrandbekämpfung brach am Samstagmorgen unter der Führung von Sonderdienstkommandant Karl-Heinz Greiner nach Griechenland auf.
Der auf zwei Wochen angelegte Einsatz sieht einen wöchentlichen Wechsel der Mannschaft vor.