Während Waldbrände nahe Podgorica wüten, schickt Serbien seinen mächtigsten Löschhubschrauber. Der „fliegende Scharfschütze gegen Feuer“ soll dem Nachbarland beistehen.
Katastrophale Brandlage
Die montenegrinische Rettungsdirektion meldete am 11. August eine „katastrophale“ Lage rund um Podgorica, wo großflächige Brände in schwer zugänglichem Gelände nördlich der Hauptstadt wüten. Einsatzleiter Nikola Bojanović berichtete von starken Winden, die die Flammen zusätzlich anfachen. Die Feuerlage betrifft mehrere Hotspots von Ćemovsko polje bei Podgorica bis Luštica und Lovćen.
Armee- und Polizeihubschrauber sind im Dauereinsatz, um Gebäude und das Areal um die antike Stätte Duklja zu schützen. Das Fehlen von Spezialflugzeugen wie Canadairs belastet die ohnehin angespannte Situation erheblich, weshalb Montenegro dringend um regionale Unterstützung gebeten hat.
Serbische Hilfe
Auf Ersuchen der montenegrinischen Behörden hat Serbien einen Kamov-Ka-32-Hubschrauber sowie Einsatzkräfte zur Bekämpfung ausgedehnter Waldbrände nach Montenegro entsandt. Der als „fliegende Scharfschütze gegen Feuer“ bekannte Spezialhubschrauber der Eliteeinheit des serbischen Innenministeriums nahm gegen 18 Uhr seinen Einsatz auf. Das Luftfahrzeug soll bei der Bekämpfung der Brände im Gebiet Djurkovici-Rogami nahe Podgorica unterstützen.
Wie das serbische Innenministerium über soziale Medien mitteilte, erfolgte die Hilfeleistung auf direkte Anweisung von Präsident Aleksandar Vucic. „Der ‚Kamov‘-Hubschrauber mit Besatzung landete in Podgorica und begab sich ohne Verzögerung zur Feuerlinie“, heißt es in der Mitteilung.
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Die Aktion basiert auf einem bilateralen Abkommen zwischen beiden Ländern zum gemeinsamen Katastrophenschutz.
„Unsere Piloten und Feuerwehrleute kämpfen Seite an Seite mit ihren montenegrinischen Kollegen gegen die Flammen – denn bei der Rettung von Menschenleben und Natur spielen Grenzen keine Rolle“, betont das Ministerium.
Einsatzdetails
Innenminister Ivica Dacic erklärte, die Hilfeleistung erfolge auf Basis des zwischenstaatlichen Abkommens zum Schutz vor Naturkatastrophen. „Auf Anweisung von Präsident Vucic entsenden wir einen Kamov-Hubschrauber mit einer Tragfähigkeit von fünf Tonnen – den größten in unserem Bestand – als Soforthilfe für Montenegro, wo derzeit zahlreiche Brände große Gebiete bedrohen“, so Dacic.
Insgesamt wurden sieben Einsatzkräfte entsandt – sechs aus der Hubschraubereinheit und ein Mitglied der Notfallabteilung. „Zunächst konzentrieren wir uns auf die Brandbekämpfung bei Podgorica, sind aber bereit, im gesamten montenegrinischen Staatsgebiet zu operieren“, erläuterte der Minister.
Gleichzeitig versicherte er, dass die Einsatzbereitschaft in Serbien selbst gewährleistet bleibe: „Wir haben einen zweiten Kamov-Hubschrauber in Südserbien stationiert sowie fünf weitere für die Brandbekämpfung geeignete Hubschrauber in Bereitschaft. Da die Lage bei uns derzeit entspannt ist und keine größeren Brände zu verzeichnen sind, können wir diesen russischen Kamov-Hubschrauber, der mit seiner Tragfähigkeit von fünf Tonnen der größte in der Region ist, zur Unterstützung entsenden.“
Hitze und Dürre verschärfen Lage
Die montenegrinischen Behörden führen die dramatische Brandentwicklung auf die anhaltende Hitze- und Dürrewelle zurück, die den gesamten Balkan erfasst hat. Die Behörden riefen die Bevölkerung zu striktem Wassersparen und absoluter Brandvermeidung auf. Offenes Feuer ist landesweit streng verboten, da bereits kleinste Funken verheerende Brände auslösen können.
Die Einsatzkräfte arbeiten ohne Unterbrechung im Dauereinsatz, wobei der Personaleinsatz rund um die Uhr aufrechterhalten wird, um die Ausbreitung der Flammen zu stoppen.
Regionale Hilfsbereitschaft
In den vergangenen Jahren hat Serbien wiederholt Nachbarländern bei der Bekämpfung von Waldbränden geholfen. Die Besatzungen des Innenministeriums leisteten mit verschiedenen Hubschraubertypen – darunter Kamov Ka-32 A11BC, Airbus H215 Super Puma und Bell 212 – bereits Unterstützung bei Großbränden in Nordmazedonien, der Republika Srpska (eine der beiden Entitäten von Bosnien und Herzegowina) und Griechenland.