Drei Flugzeuge weniger in Wien – Ryanair macht Ernst mit seinem Rückzug. Die irische Billigfluglinie fordert Gebührensenkungen und stellt gleichzeitig massive Expansion in Aussicht.
Ryanair reduziert seine Präsenz am Flughafen Wien-Schwechat und zieht drei Flugzeuge ab. Die irische Billigfluglinie verkleinert damit ihre in Wien-Schwechat stationierte Flotte auf 16 Maschinen. Als Grund nennt das Unternehmen die im internationalen Vergleich hohen Abgaben.
Die österreichische Luftverkehrssteuer beträgt derzeit 12 Euro pro Passagier und liegt laut Flughafen Wien zwar im europäischen Mittelfeld, Ryanair sieht darin jedoch einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil. Andere EU-Länder wie Schweden, Ungarn oder Teile Italiens haben diese Abgabe bereits abgeschafft oder deutlich reduziert.
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Ryanair-Chef Michael O’Leary stellte jedoch eine umfangreiche Expansion in Aussicht, sollte es zu einer Abschaffung der Luftverkehrssteuer und einer deutlichen Reduktion der Gebühren von Flughafen Wien und Austro Control kommen. In diesem Fall würde die Airline bis 2030 zehn zusätzliche Flugzeuge stationieren, 40 neue Strecken einführen und die Passagierzahlen von derzeit sieben auf zwölf Millionen jährlich steigern. Das Investitionsvolumen bezifferte O’Leary mit einer Milliarde Dollar.
Ohne diese Entlastungen droht Ryanair mit weiteren Kapazitätsreduktionen. Bereits im Sommer 2026 könnten zwei weitere Flugzeuge aus Wien abgezogen werden.
Doppelschlag für Wien-Schwechat
Der Ryanair-Rückzug kommt nicht allein: Wizz Air zieht sich bis März 2026 vollständig aus Wien zurück und nimmt alle fünf in Wien stationierten Flugzeuge mit. Die ungarische Billigfluglinie begründet den Schritt ebenfalls mit gestiegenen Gebühren, Steuern und Bodenabfertigungskosten.
Flughafen reagiert
Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger relativierte die Situation im Ö1-Morgenjournal. Er verwies auf den bisher stärksten Sommer in der Geschichte des Airports und prognostizierte für 2025 ein Passagieraufkommen von rund 32 Millionen.
Zwar rechnet der Flughafenchef im kommenden Jahr mit einem Rückgang durch den Abzug von Wizzair und die Routenreduktionen bei Ryanair, dessen genaues Ausmaß sei jedoch noch nicht absehbar. Jäger betonte, die Entwicklung sei zwar bedauerlich, aber keineswegs katastrophal.
Der Flughafen werde intensiv daran arbeiten, andere Fluggesellschaften für den Standort Wien zu gewinnen und zusätzliche Kapazitäten aufzubauen.
Gebührensenkung geplant
Für die Kritik des Ryanair-Chefs zeigt Jäger grundsätzlich Verständnis, stellt jedoch klar: „Aber wenn Ryanair glücklich wäre, über die Gebühren, dann würden wir unseren Job falsch machen.“
Gleichzeitig kündigte der Flughafenmanager eine Gebührensenkung um fünf Prozent für das kommende Jahr an, was pro Passagier etwa 15 bis 16 Euro ausmachen würde. Konkret werden die Passagiertarife um 4,6 Prozent und die Landegebühren um 2,15 Prozent reduziert. Obwohl gesetzlich die Möglichkeit bestünde, die Gebühren jährlich entsprechend der Inflation anzuheben, habe man sich für eine Reduktion entschieden.
Auf die Pläne für eine dritte Piste am Flughafen Wien hätten die aktuellen Entwicklungen keinen Einfluss, betonte Jäger.
Dieses Projekt sei langfristig angelegt, weshalb ein vorübergehender Rückgang im Jahr 2025 keine Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung habe.