Serbiens Staatsschulden explodieren – und die heimischen Banken profitieren. Innerhalb von fünf Jahren stieg ihr Anteil an der Finanzierung von 198 Millionen auf 4,3 Milliarden Euro.
Die Käufer serbischer Euroanleihen führen die Liste der Staatsgläubiger mit einem Volumen von 10,3 Milliarden Euro an, wie aus den jüngsten Daten der Behörde für öffentliche Schulden vom Juli hervorgeht. Dicht dahinter folgen die Inhaber langfristiger Staatsanleihen mit einem Anteil von 7,1 Milliarden Euro.
Auf dem dritten Platz der Gläubigerliste haben sich die Geschäftsbanken positioniert, deren Kreditvolumen an den serbischen Staat mittlerweile 4,3 Milliarden Euro beträgt. Ein bemerkenswerter Anstieg, wenn man bedenkt, dass diese Kredite vor nur fünf Jahren – im Juli 2020 – gerade einmal 198 Millionen Euro ausmachten und die Banken damals nicht einmal unter den zehn größten Gläubigern zu finden waren.
Forbes Serbien hat die Entwicklung der Gläubigerstruktur seit Beginn der Pandemie 2020 und der darauffolgenden globalen Inflationswelle untersucht. Diese Faktoren verteuerten das Geld und schränkten die Finanzierungsquellen für Schulden erheblich ein. Trotz der ungünstigeren Kreditbedingungen hat sich Serbien nicht weniger, sondern deutlich mehr verschuldet: Die öffentlichen Schulden stiegen von 26,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf aktuell 38,5 Milliarden Euro – bei gleichzeitiger massiver Veränderung der Gläubigerstruktur.
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Banken als Kreditgeber
Allein die Bank Postanska Stedionica hat dem Staat innerhalb von etwas mehr als einem Jahr über eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt und sich damit zum größten staatlichen Kreditgeber entwickelt. Zunehmend wenden sich die Entscheidungsträger in Belgrad auch an andere Geschäftsbanken auf dem heimischen Markt. Selbst für Großprojekte wie Autobahnen, das EXPO-Gelände oder das Nationalstadion wurden Kredite von privaten Geschäftsbanken aufgenommen.
Rasantes Wachstum
Obwohl Finanzexperten wiederholt darauf hinweisen, dass Kredite von Geschäftsbanken in der Regel teurer sind als jene internationaler Kreditgeber, scheint die Regierung den einfacheren Weg zu bevorzugen – oder die kommerziellen Banken sind schlicht bereitwilliger, dem Staat Geld zu leihen. Die Zahlen sprechen für sich: Von knapp 200 Millionen Euro im Jahr 2020 wuchs das Kreditvolumen der Geschäftsbanken auf heute fast 4,3 Milliarden Euro – eine Steigerung um mehr als 2.000 Prozent. Zum Vergleich: 2021 betrug die Summe noch 285 Millionen Euro, wobei die Banken zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter den zehn größten Staatsgläubigern rangierten. 2022 stieg der Betrag auf 712 Millionen Euro, um 2023 die Zwei-Milliarden-Marke zu überschreiten.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Volumen nochmals verdoppelt.