Nach Berichten über Tötungen im Gazastreifen verschärft Trump seinen Ton gegenüber der Hamas. Der US-Präsident droht mit Konsequenzen, während die Waffenruhe auf der Kippe steht.
US-Präsident Donald Trump hat der Hamas mit massiven Konsequenzen gedroht, sollte die islamistische Organisation weiterhin Menschen im Gazastreifen töten. „Wir werden keine Wahl haben als hineinzugehen und sie zu töten“, erklärte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Bei einer späteren Nachfrage im Weißen Haus stellte Trump jedoch klar, dass keine amerikanischen Streitkräfte in den Gazastreifen entsandt würden. Vielmehr verwies er auf Akteure „ganz in der Nähe“ – offenbar eine Anspielung auf die israelische Armee – die unter amerikanischer Schirmherrschaft agieren könnten.
If Hamas continues to kill people in Gaza, which was not the Deal, we will have no choice but to go in and kill them. Thank you for your attention to this matter!
(TS: 16 Oct 13:30 ET)…
— Trump Truth Social Posts On X (@TrumpTruthOnX) October 16, 2025
Laut CNN-Berichten erwägt Trump, Israel grünes Licht für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zu geben, falls die Hamas ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Israel fordert die Übergabe aller toten Geiseln und droht bei Nichteinhaltung des Waffenstillstandsabkommens mit einer Rückkehr zu militärischen Operationen im Gazastreifen.
Die erste Phase der von Trump vermittelten Waffenruhe sieht vor, dass sämtliche lebenden und toten Geiseln freigelassen und übergeben werden. Die Islamisten haben bereits am Montag die letzten 20 lebenden Geiseln freigegeben. Am Mittwochabend folgten zwei weitere Leichen. Die Hamas behauptet, damit alle für sie zugänglichen sterblichen Überreste ausgehändigt zu haben.
Nach den Vereinbarungen müsste die Organisation insgesamt 28 Leichen übergeben, bislang wurden jedoch nur zehn überstellt. Bei einer davon handelt es sich nach israelischen forensischen Untersuchungen nicht um die Überreste einer Geisel, sondern eines Palästinensers.
Die Hamas betonte in einer Erklärung, man unternehme erhebliche Anstrengungen, um die Angelegenheit abzuschließen. Für die Bergung weiterer Leichen seien „außerordentliche Bemühungen und spezielle Ausrüstungen“ erforderlich. Die israelische Armee konterte, die Hamas sei verpflichtet, die Vereinbarung einzuhalten und alle notwendigen Schritte zur Rückgabe sämtlicher Geiseln zu unternehmen.
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Erschießungen verurteilt
International lösten Berichte über Tötungen durch Hamas-Kämpfer im Gazastreifen Empörung aus. Auf der Plattform X kursierte ein Video, das die Erschießung von etwa acht Personen auf einem Platz südlich von Gaza-Stadt zeigen soll. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur telefonisch, die Hamas habe den Getöteten Kollaboration mit der israelischen Armee vorgeworfen.
Ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes bezeichnete die Erschießungen als schockierend. Auch die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die mutmaßlichen Exekutionen in scharfer Form.
Sowohl israelische als auch amerikanische Regierungsvertreter befürchten nach Informationen der US-Nachrichtenseite „Axios“, dass rechtsextreme Minister in der Regierung von Benjamin Netanyahu die Frage der nicht zurückgegebenen toten Geiseln instrumentalisieren könnten, um das Waffenruheabkommen zu sabotieren und eine Wiederaufnahme der Kriegshandlungen zu forcieren. „Wir können nicht zulassen, dass das Abkommen scheitert“, wurde ein US-Regierungsbeamter zitiert.
Trump hatte die Tötungen durch die Hamas zunächst mit überraschender Gelassenheit kommentiert: Die Organisation habe gegen „sehr, sehr schlimme Banden“ vorgegangen, was ihn „nicht groß gestört“ habe.
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„Das ist okay“, lautete sein wörtlicher Kommentar am Dienstag.