Überraschung im Briefkasten: 5.000 Österreicher fanden einen Fünf-Euro-Schein in ihrer Post. Dahinter steckt keine Verwechslung, sondern eine staatlich beauftragte Gesundheitsstudie.
In rund 5.000 österreichischen Haushalten sorgte ein unerwarteter Briefinhalt für Überraschung: Ein 5-Euro-Schein lag einfach bei. Hinter dieser ungewöhnlichen Postsendung steckt das Institut für empirische Sozialforschung (IFES), das im staatlichen Auftrag eine Studie durchführt.
Der Geldschein dient als Anreiz für die Teilnahme an einer Umfrage. Verantwortlich für die Aktion ist das IFES, das vom Gesundheitsministerium und dessen Tochterunternehmen Gesundheit Österreich beauftragt wurde. Die Befragung dreht sich um das Thema Gesundheitskompetenz. Die Empfänger wurden nach dem Zufallsprinzip aus österreichischen Haushalten ausgewählt.
Für viele Österreicher dürfte der Fund im Briefkasten eine angenehme Überraschung gewesen sein. Während Postsendungen normalerweise eher mit finanziellen Belastungen wie Rechnungen oder Nachzahlungen verbunden werden, enthielt dieser Brief einen 5-Euro-Schein zum Behalten – ohne Gegenleistung. Die staatliche Finanzspritze erinnert manche möglicherweise an den Klimabonus.
⇢ Tausende Jugendliche bald ohne Hilfe – Gesundheitszentrum vor dem Kollaps
Zusätzliche Anreize
Mit dem 5-Euro-Schein ist die finanzielle Zuwendung noch nicht erschöpft. Wer an der etwa halbstündigen Befragung teilnimmt, erhält zusätzlich einen Pluxee-Gutschein (Edenred-Gutschein) im Wert von zehn Euro, der in zahlreichen Gastronomie- und Handelsbetrieben eingelöst werden kann. Wie Julian Aichholzer, der Projektleiter, gegenüber der Kleinen Zeitung erklärte, strebt man 3.600 Studienteilnehmer an. Daher ist eine weitere Versandwelle mit 5-Euro-Briefen sehr wahrscheinlich.
Bewährte Methode
Recherchen zeigen, dass diese Methode in Österreich bereits früher angewendet wurde. Auf der Plattform Reddit fragte im Jänner 2023 ein verunsicherter Empfänger nach der Seriosität eines IFES-Briefs zur Umfrage „Leben in Österreich“, der ebenfalls Geld enthielt und weitere zehn Euro bei Teilnahme versprach. Auch in Deutschland ist diese Vorgehensweise verbreitet. So versuchten das Robert Koch Institut im März 2024 sowie mehrere Universitäten im November 2024 mit ähnlichen finanziellen Anreizen, die Teilnahmebereitschaft an Studien zu erhöhen.
So versuchten das Robert Koch Institut im März 2024 sowie mehrere Universitäten im November 2024 mit ähnlichen finanziellen Anreizen, die Teilnahmebereitschaft an Studien zu erhöhen.