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Tragödie

Tödliche Falle im Türkei-Urlaub: Tötete Pestizid vierköpfige Familie?

Tödliche Falle im Türkei-Urlaub: Tötete Pestizid vierköpfige Familie?
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Tödliche Tragödie im Urlaubsparadies: Eine vierköpfige deutsche Familie stirbt in Istanbul nach schweren Vergiftungserscheinungen. Die Spur führt zu einem verbotenen Schädlingsbekämpfungsmittel.

Nach dem Tod einer vierköpfigen deutschen Familie in Istanbul erhärtet sich der Verdacht auf eine Vergiftung durch Chemikalien. Die Familie hatte sich für einen Urlaubsaufenthalt in der türkischen Metropole aufgehalten. Zunächst wurden die Familienmitglieder mit Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen in ein Krankenhaus eingeliefert, wo Ärzte eine Lebensmittelvergiftung vermuteten und sie nach Behandlung entließen. Als sich ihr Gesundheitszustand drastisch verschlechterte, erfolgte nachts eine erneute Einlieferung ins Spital. Dort verstarben kurz darauf beide Kinder, gefolgt von ihrer Mutter. Der Vater kämpfte noch mehrere Tage auf der Intensivstation um sein Leben, erlag jedoch am Montag ebenfalls seinen schweren Vergiftungserscheinungen.

Wie aus einem gerichtsmedizinischen Dokument hervorgeht, das dem „Spiegel“ vorliegt, könnte die Familie durch eine „chemische Substanz vergiftet worden sein“, mit der sie im Hotelgebäude in Kontakt kam. Medienberichten zufolge sollen nicht zugelassene Schädlingsbekämpfungsmittel im Gebäude zum Einsatz gekommen sein. Ermittler und Medien berichten übereinstimmend, dass die Familie wenige Stunden vor Auftreten der ersten Symptome dem Pestizid Aluminiumphosphid ausgesetzt war – einem hochgiftigen Mittel, das offenbar im Erdgeschoss des Hotels zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt wurde.

⇢ Mutter und Kinder starben im Türkei-Urlaub: Hotel der Familie evakuiert

Gefährliches Gift

Eine Vergiftung mit Aluminiumphosphid manifestiert sich anfänglich durch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und intensive Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf können rasch schwerwiegende Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems auftreten, die zu Schockzuständen und letztlich zum Versagen mehrerer Organe führen können. Nach Erkenntnissen der Untersuchungsbehörden könnte sich das Gift entweder über die Lüftungsanlage im Gebäude verbreitet haben oder auf bisher ungeklärte Weise in die Wasserversorgung der Hotelzimmer gelangt sein.

Der Vergiftungsverdacht verstärkte sich, nachdem zwei weitere Hotelgäste mit vergleichbaren Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Hotelleitung ließ daraufhin am Samstag das Gebäude räumen, bevor die Behörden es am Sonntag offiziell schlossen. Eine anfänglich vermutete Lebensmittelvergiftung gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Derzeit werden Proben der im Gebäude verwendeten Pestizide untersucht. Die forensischen Untersuchungen dauern noch an.

Festnahmen erfolgt

Der erste vorliegende Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, „dass es sich um eine chemische Vergiftung im Hotel und nicht, wie zunächst angenommen, um eine Lebensmittelvergiftung handeln könnte“. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls nahm die Polizei insgesamt elf Männer fest, vorwiegend Lebensmittelhändler. Zudem wurden zwei Hotelangestellte sowie die für die Schädlingsbekämpfung im Hotel verantwortliche Person in Gewahrsam genommen.

Am Montagabend verfügten die zuständigen Behörden für vier der Verdächtigen Untersuchungshaft.

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KO KOSMO-Redaktion
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