Die Zukunft des Eurovision Song Contest 2026 in Wien steht unter keinem guten Stern. Slowenien und Irland signalisieren deutlich ihre Bereitschaft zum Rückzug aus dem Wettbewerb – ein Szenario, das den Musikwettbewerb empfindlich treffen würde.
In Slowenien zeichnet sich eine klare Tendenz gegen eine Teilnahme ab. Medien des Landes berichten, dass nur ein Ausschluss Israels die slowenische Präsenz in Wien sicherstellen könnte. RTVSLO-Vorstandsmitglied Natalija Gorščak äußerte sich unmissverständlich zu den Reformbemühungen der Europäischen Rundfunkunion: „Es wäre vernünftiger, wenn die EBU Israel dieses Jahr ausschließen würde.“ Nur so ließe sich die politische Komponente aus dem Wettbewerb entfernen.
Besonders aufschlussreich: Ein Entwurf des RTVSLO-Programmplans für 2026 sieht offenbar keine Übertragung des ESC aus Wien vor – während paradoxerweise die Olympischen Winterspiele mit israelischer Beteiligung im Programm verbleiben sollen. Diese Inkonsistenz sorgt in Slowenien bereits für kontroverse Diskussionen.
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Irlands klare Position
Auch aus Irland kommen wenig ermutigende Signale. Der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ hatte bereits im September unmissverständlich kommuniziert, dass eine irische Teilnahme ausschließlich bei einem Ausschluss Israels in Frage käme. Auf Anfragen bezüglich der neuen Regelungen antwortete Dublin zurückhaltend: „Die Ereignisse im Nahen Osten entwickeln sich von Tag zu Tag.“ RTÉ möchte die endgültige Position der EBU abwarten, lässt jedoch kaum Optimismus erkennen.
Einige Rundfunkanstalten reagieren hingegen positiver auf die angekündigten Reformen. Die belgischen Sender VRT und RTBF sowie der niederländische AVROTROS begrüßen die Änderungen und wollen die Ergebnisse der EBU-Generalversammlung abwarten. Überraschend ist der Sinneswandel bei AVROTROS: Der Sender hatte im September noch einen Israel-Ausschluss zur Bedingung für die eigene Teilnahme gemacht – nun scheint man wieder offener für einen Auftritt in Wien.
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Mit Spannung wird der Donnerstag in Madrid erwartet. Dort muss sich RTVE-Chef José Pablo López vor dem parlamentarischen Aufsichtsgremium zur spanischen ESC-Teilnahme 2026 äußern. Erst danach wird klar sein, ob der wichtige Big-Five-Sender dem Wettbewerb fernbleiben wird.
EBU-Entscheidungen
Die kürzlich von der EBU verkündeten Regeländerungen scheinen für Slowenien und Irland nicht ausreichend zu sein, um trotz israelischer Teilnahme beim Contest anzutreten. Die Hoffnungen waren groß, dass die neuen Bestimmungen – darunter Einschränkungen bei politischer Online-Werbung, modifizierte Abstimmungsregeln und eine gestärkte Jury-Struktur – jene Länder besänftigen würden, die nach dem kontroversen, für Israel äußerst erfolgreichen Finale in Basel nachdrücklich Veränderungen gefordert hatten.
Am 4. und 5. Dezember tritt die Generalversammlung der EBU zusammen. Nach Informationen des schwedischen Fernsehens SVT wird eine Abstimmung über Israels Teilnahme nur dann stattfinden, wenn die Mitgliedssender die neuen Regelungen als „unzureichend“ bewerten. Andernfalls bleibt die bisherige Entscheidung ohne weitere Abstimmung bestehen.
Während die europäische Debatte anhält, läuft in Israel die Vorauswahl „The Next Star 2026“ unbeirrt weiter – ungeachtet aller Kontroversen.