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Wendepunkt

EU beschließt kompletten Verzicht auf russisches Gas

EU beschließt kompletten Verzicht auf russisches Gas
FOTO: iStock/Cylonphoto
3 Min. Lesezeit |

Die EU zieht die Energiebremse: Bis Ende 2027 soll Schluss sein mit russischem Gas. Der Beschluss markiert einen historischen Wendepunkt in den europäischen Handelsbeziehungen.

Die EU hat eine weitreichende Entscheidung getroffen, um ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu beenden. Bis spätestens Ende 2027 will die Staatengemeinschaft vollständig auf Erdgas aus Russland verzichten. Diese Maßnahme steht im direkten Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt und verfolgt das doppelte Ziel, die Erpressbarkeit der EU zu verringern und gleichzeitig Russlands wirtschaftliche Position zu schwächen.

Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass die Einfuhr von russischem Pipeline-Gas auf Basis langfristiger Verträge spätestens zum 1. November 2027 vollständig eingestellt wird. Für Binnenländer wurden Sonderregelungen geschaffen, die nach Abschluss kurzfristiger Lieferverträge eine zweimonatige Verlängerung der Bezugsfrist ermöglichen.

Sonderregelungen für Osteuropa

Für den Ausstieg aus russischen Öllieferungen an die Slowakei und Ungarn soll die EU-Kommission im kommenden Jahr einen konkreten Fahrplan vorlegen. Diese beiden Mitgliedstaaten sind die einzigen in der Union, die nach wie vor Rohöl aus Russland importieren und zudem stark von russischen Gaslieferungen abhängig sind.

Die neuen Bestimmungen ergänzen bereits bestehende Sanktionen mit Importbeschränkungen und sollen sicherstellen, dass sich die EU-Mitgliedstaaten dauerhaft von Energieimporten aus Russland lösen können.

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Wirtschaftliche Auswirkungen

Ungeachtet der bereits verhängten Sanktionen erzielt Russland nach wie vor erhebliche Einnahmen durch Energieexporte in die EU. Im laufenden Jahr importierten EU-Länder 52 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, was etwa 20 Prozent der gesamten Gaseinfuhren entspricht.

Zusätzlich wurden 13 Millionen Tonnen Rohöl sowie mehr als 2800 Tonnen Uran – entweder angereichert oder als Kernbrennstoff – eingeführt. Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 bezog die EU russisches Flüssigerdgas im Wert von nahezu 4,5 Milliarden Euro.

Nach Einschätzung der EU-Kommission würde ein vollständiger Verzicht auf russisches Gas keine Gefahr für die Versorgungssicherheit darstellen, da der Weltmarkt ausreichend alternative Anbieter biete. Verbrauchern müssten demnach keine signifikanten Preissteigerungen befürchten.

Die CDU-Abgeordnete Andrea Wechsler begrüßte das neue Regelwerk, das durch strenge Herkunftskontrollen Transparenz schafft und potenzielle Umgehungsversuche wie indirekte Lieferwege frühzeitig identifizieren und unterbinden soll.

Die rechtliche Grundlage für das Importverbot bilden das europäische Handels- und Energierecht. Die EU-Kommission hatte entsprechende Vorschläge Mitte Juni unterbreitet.

Die nun erzielte Einigung bedarf noch der formellen Bestätigung durch das Europäische Parlament sowie durch die Mitgliedstaaten im Rat, bevor sie in Kraft treten kann.

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KO KOSMO-Redaktion
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