16 Jahre Martyrium hinter verschlossenen Türen: Ein Salzburger soll seine Ehefrau systematisch misshandelt und mit dem Tod bedroht haben. Nun folgt der Prozess.
Am Mittwoch steht ein 50-jähriger Pongauer vor Gericht, der seine Ehefrau über einen Zeitraum von 16 Jahren systematisch misshandelt und mit dem Leben bedroht haben soll. Der Beschuldigte muss sich wegen schwerwiegender Vorwürfe verantworten, darunter körperliche Gewaltausübung und Bedrohung mit einem Küchenmesser. Laut Anklageschrift soll er seiner Frau unter anderem gedroht haben, ihr “den Hals herauszuschneiden”. Bei einer Verurteilung könnte der Mann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren erhalten.
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Erschreckende Statistiken
Statistiken belegen, dass jede vierte Frau in einer Beziehung körperliche Übergriffe erlebt, wobei Fachleute von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen. Opferschutzorganisationen weisen darauf hin, dass viele Betroffene aufgrund finanzieller oder emotionaler Abhängigkeiten lange Zeit schweigen. Häufig sind es Freundinnen, die den Opfern den entscheidenden Anstoß geben, rechtliche Schritte einzuleiten.
Nach Gewaltvorfällen kann die Exekutive unmittelbar ein Betretungs- und Annäherungsverbot gegen den Täter verhängen. In Salzburg wurden im Vorjahr etwa 850 solcher Maßnahmen ausgesprochen – das entspricht täglich zwei bis drei Fällen.
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Hilfsangebote verfügbar
Die Initiative “16 Tage gegen Gewalt an Frauen” sensibilisiert international für diese Problematik und vermittelt Hilfesuchenden konkrete Unterstützungsangebote. Betroffene können sich an Einrichtungen wie das Gewaltschutzzentrum oder den Frauennotruf wenden. Parallel dazu zielt die Kampagne darauf ab, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und gewaltfreie Beziehungsmuster zu etablieren.
Denn die Grundlagen dafür werden bereits im Kindes- und Jugendalter geschaffen, heißt es.
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