Hilfeschreie durchbrechen die Morgenstille in Wien-Penzing. Als Polizisten die Wohnung stürmen, finden sie eine Frau in Todesangst und einen Mann, der zum Äußersten bereit ist.
Am Samstagmorgen alarmierte die Polizei ein Notruf aus der Hütteldorfer Straße in Wien-Penzing. Passanten hatten gegen 6:15 Uhr beobachtet, wie ein Mann offenbar versuchte, eine Frau aus einem Wohnungsfenster zu stoßen. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, drangen deutlich hörbare Hilfeschreie einer Frau aus dem Gebäude.
Die Beamten verschafften sich gewaltsam Zutritt zur betreffenden Wohnung und fanden dort eine chaotische Szenerie vor: In den völlig verwüsteten Räumlichkeiten hielt ein Mann die Frau mit beiden Händen am Hals gepackt. Die Polizisten mussten körperliche Gewalt anwenden, um den Angreifer von seinem Opfer zu trennen.
Gefährlicher Widerstand
Der Verdächtige setzte sich anschließend heftig zur Wehr. Mehrfach versuchte er, sich aus dem Polizeigriff zu befreien und auf die Beamten loszugehen. In einem Moment griff er nach einer Scherbe eines zerbrochenen Tellers vom Boden und versuchte damit, einem Polizisten ins Gesicht zu stechen. Nachdem die Einsatzkräfte diesen Angriff abwehren konnten, wollte der Mann sich selbst mit der Scherbe im Gesicht verletzen, was ebenfalls verhindert werden konnte.
Erst mit Verstärkung durch weitere Polizeikräfte gelang es, den Aggressor vollständig unter Kontrolle zu bringen. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Person und der Wohnung stießen die Beamten auf Drogen, Bargeld und typische Utensilien für den Suchtmittelhandel.
Rechtliche Folgen
Der Festgenommene, ein 26-jähriger algerischer Staatsbürger, wurde angezeigt. Zusätzlich erließen die Behörden ein Betretungs- und Annäherungsverbot gegen ihn. Die 23-jährige Österreicherin, die bei dem Vorfall verletzt wurde, erhielt vor Ort eine Erstversorgung durch die Berufsrettung Wien.
Zu den genauen Umständen wollte sie zunächst keine Angaben machen.