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Schulkonflikt

Schul-Krieg in Simmering: 600 Kinder kämpfen um ihren Grünraum

Schul-Krieg in Simmering: 600 Kinder kämpfen um ihren Grünraum
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Schulerweiterung statt Grünfläche – in Wien-Simmering entbrennt ein Kampf um ein beliebtes Areal. Während die Stadt plant, protestieren Schüler, Lehrer und Eltern.

In Wien-Simmering zeichnet sich ein Konflikt um die Nutzung einer Grünfläche ab. Die Stadt plant, Teile des weitläufigen Areals an der Florian-Hedorfer-Straße 20-22 zu bebauen, das derzeit von rund 600 Schülerinnen und Schülern sowie etwa 100 Lehrkräften täglich genutzt wird. Hintergrund ist der Erweiterungsbedarf der dort ansässigen Volks- und Mittelschule, insbesondere für sonderpädagogische Klassen.

Die zuständige Magistratsabteilung für Stadtteilplanung und Flächenwidmung gibt Entwarnung bezüglich der künftigen Nutzungsmöglichkeiten. Man versichert, dass weiterhin „großzügige Sport- und Spielflächen“ zur Verfügung stehen werden.

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Zudem verweist die MA 21 auf alternative Grünflächen in der Umgebung, darunter die Parkanlage Florian-Hedorfer-Straße, das Erholungsgebiet Simmering sowie die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Simmeringer Haide. Der Bedarf für die Schulraumerweiterung sei von der Schulbehörde festgestellt und im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzepts Kaiserebersdorf geprüft worden.

Kritik der Pädagogen

Aus dem Lehrkörper kommt deutliche Kritik an den Plänen. Eine Pädagogin, die anonym bleiben möchte, betont die Besonderheit der Situation: „Das ist etwas Tolles. Kaum eine Schule hat so eine große Sportfläche. Gerade in Zeiten, in denen Kinder sich immer weniger bewegen, ist es schlimm, so eine Fläche zu verbauen.“ Die Grünfläche dient nicht nur dem Sportunterricht, sondern wird auch für Pausen und Schulveranstaltungen wie Sommerfeste genutzt.

Die Elternschaft zeigt sich ebenfalls besorgt. Andrea E., die bis Oktober als Elternvertreterin fungierte, berichtet von einer Unterschriftenaktion, bei der rund 400 Schülerinnen und Schüler gegen die Verbauung protestierten. Sie befürchtet Einschränkungen bei der Nutzung des Außenbereichs: „Es wird Grünraum genommen, der auch zum Lernen gedacht ist. Sommerfeste könnten in Zukunft nicht mehr wie bisher stattfinden.“

Politische Dimension

Auf politischer Ebene kritisieren die Grünen Simmering den Planungsprozess als intransparent. Trotz mehrfacher Anfragen zur Bedarfsermittlung und möglichen Alternativen seien keine konkreten Antworten erfolgt.

Ein Antrag der Grünen auf erneute Prüfung der Pläne wurde von der Bezirksmehrheit aus SPÖ und NEOS abgelehnt.

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KO KOSMO-Redaktion
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