Weihnachten wird zum Geschäftsmodell: Während in Städten immer mehr Menschen die Feiertage im Restaurant verbringen, bleibt der Heilige Abend vielerorts eine familiäre Angelegenheit – doch das Auswärtsessen rund um Weihnachten gewinnt österreichweit an Bedeutung.
Die Weihnachtsfeiertage entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für Gastronomie und Hotellerie in ganz Österreich. In urbanen Regionen öffnen immer mehr Lokale auch am 24. Dezember und bieten spezielle Menüs oder Feiern für Familien an. Gleichzeitig zeigt sich außerhalb der Ballungsräume ein differenzierteres Bild: Der Heilige Abend bleibt häufig dem privaten Kreis vorbehalten, während der Christtag und der Stefanitag längst zu Fixpunkten für Restaurantbesuche geworden sind.
„Viele Gäste schätzen es, ohne eigenen Aufwand hochwertige Speisen zu genießen. Man isst zu Mittag im Restaurant und feiert anschließend zu Hause weiter“, erklärt Matthias Mirth, Obmann der Fachgruppe Gastronomie im Burgenland. Dieses Muster lässt sich laut Branchenvertretern auch in anderen Bundesländern beobachten: Hohe Nachfrage zu Mittag, deutlich verhaltenere Auslastung am Abend.
⇢ Skikrise: Deutsche Mittelschicht streicht Österreich-Urlaub
Der Heilige Abend selbst spielt für die Gastronomie in vielen Regionen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Laut der Wirtschaftskammer Österreich wird dieser Tag nach wie vor überwiegend im familiären Umfeld verbracht. Für Betriebe stellen zudem Feiertagszuschläge und Personalplanung eine Herausforderung dar. Dennoch ermöglicht die stabile Nachfrage rund um die Feiertage vielen Unternehmen, ihr Angebot auch an diesen Tagen aufrechtzuerhalten.
Wellness statt Weihnachtsstress
Deutlich dynamischer entwickelt sich die Lage in der Hotellerie. Bereits ab dem 24. Dezember steigt österreichweit die Nachfrage nach Übernachtungen, insbesondere in Wellness- und Thermenhotels. „Viele Gäste möchten dem Weihnachtsstress entkommen und den Heiligen Abend bewusst entspannt im Hotel verbringen – inklusive Kulinarik und Spa“, sagt Ronald Kis, Obmann der Fachgruppe Hotellerie im Burgenland. Auch bundesweit profitieren Betriebe davon, dass die Feiertagslage mit wenigen Urlaubstagen längere Aufenthalte ermöglicht.
Ein Fazit, das für ganz Österreich gilt: Während viele Menschen die Feiertage im Kreis der Familie genießen, sorgen Gastronominnen, Gastronomen und Hotelmitarbeiter dafür, dass andere genau das können – ohne selbst frei zu haben. Weihnachten ist damit nicht nur ein Fest der Besinnlichkeit, sondern auch ein fixer Bestandteil der heimischen Wirtschaft.