Giftalarm bei Babynahrung: Nach mehreren Rückrufaktionen hat die EU-Lebensmittelbehörde nun erstmals einen konkreten Sicherheitsrichtwert für das Toxin Cereulid festgelegt.
Nach mehreren Rückrufaktionen von Babynahrung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) nun erstmals einen konkreten Sicherheitsrichtwert für den Giftstoff Cereulid in Säuglingsnahrung definiert. Die EU-Kommission hatte die in Parma ansässige Behörde um eine Risikobewertung gebeten, um einheitliche Standards festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich vom Markt genommen werden müssen.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rückrufaktionen. Erst vergangene Woche hatte der Konzern Danone in Deutschland mehrere Chargen seiner Babynahrung „Aptamil“ wegen möglicher Cereulid-Belastung zurückgerufen. Auch der Lebensmittelkonzern Nestlé nahm bereits mehrere Babynahrungsprodukte vorsorglich aus dem Handel – betroffen war dabei auch Österreich.
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Weltweite Rückrufe
Wie die Efsa mitteilte, laufen derzeit weltweit Rückrufaktionen von Säuglingsnahrung. Die Behörde reagierte mit einer schnellen Risikoeinstufung und etablierte erstmals einen spezifischen Sicherheitsgrenzwert für Säuglinge. Diese Maßnahme soll EU-Behörden ermöglichen, schneller und koordinierter über notwendige Produktrückrufe zu entscheiden.
Besonders wichtig ist dies, da Neugeborene und sehr junge Säuglinge wesentlich empfindlicher auf toxische Substanzen reagieren als Erwachsene.
Gesundheitsrisiken
Eltern wird dringend geraten, zurückgerufene Produkte nicht zu verwenden und bei Anzeichen wie Erbrechen oder Durchfall umgehend ärztliche Hilfe zu suchen, da Verdauungsprobleme bei Säuglingen rasch zu ernsthaften Komplikationen führen können. Nach Angaben der Efsa handelt es sich bei Cereulid um ein bakterielles Toxin, das innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr akute Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und abdominale Schmerzen auslösen kann.