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Medizin-Wunder

Frau bringt Kind mit transplantierter Gebärmutter zur Welt

Frau bringt Kind mit transplantierter Gebärmutter zur Welt
FOTO: Facebook/Oxford University Hospitals NHS Foundation Trust
3 Min. Lesezeit |

Ein Organ einer Verstorbenen, ein Traum vom Kind – und jetzt ein kleines Wunder namens Hugo.

In Großbritannien hat eine Frau erstmals nach der Transplantation einer Gebärmutter von einer verstorbenen Spenderin ein Kind auf die Welt gebracht. Grace Bell, die ohne Gebärmutter geboren wurde, entband im Dezember 2025 im Londoner Queen Charlotte’s and Chelsea Hospital per Kaiserschnitt einen gesunden Jungen – Hugo Richard Norman Powell. Damit ist sie die zweite Frau im Vereinigten Königreich, der nach einer Gebärmuttertransplantation eine Schwangerschaft gelang, und zugleich die erste, bei der das Organ von einer verstorbenen Frau stammte. Das beteiligte Forschungsteam geht davon aus, dass Hugo europaweit erst das dritte Kind ist, das unter diesen Umständen zur Welt kam.

„Ich finde keine Worte, um meiner Spenderin und ihrer Familie genug zu danken. Ihre Freundlichkeit und Selbstlosigkeit gegenüber einer völlig Fremden ist der Grund, warum ich mir meinen lebenslangen Traum erfüllen konnte, Mutter zu werden“, sagte Bell. „Ich hoffe, sie wissen, dass mein Kind immer von ihrem unglaublichen Geschenk erfahren wird – und von dem Wunder, das ihn auf diese Welt gebracht hat“, fügte sie hinzu.

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Studie & Forschung

Der Eingriff fand im Rahmen der britischen Forschungsstudie „Investigational Study into Transplantation of the Uterus“ (INSITU) statt, einem genehmigten Programm unter der Trägerschaft der Wohltätigkeitsorganisation Womb Transplant UK. Die Gebärmuttertransplantation bei Grace Bell wurde im Juni 2024 im Churchill Hospital in Oxford durchgeführt. Im Anschluss an die Transplantation unterzog sich Bell in der Londoner Lister Fertility Clinic einer IVF-Behandlung mit nachfolgendem Embryotransfer. Während der gesamten Schwangerschaft wurde sie von den behandelnden Ärzten intensiv betreut.

Professor Richard Smith, der das britische Forschungsteam zu Gebärmuttertransplantationen mit leitet, sagte: „Ich freue mich sehr für Grace, Steve und ihre Familie. Es war einfach wunderbar, bei der Geburt dabei zu sein und zu sehen, wie Baby Hugo auf die Welt kam – nach unserem gemeinsamen Weg mit dieser Familie und den vielen Jahren Forschung, die uns zu diesem Moment geführt haben.“ „All das war nur möglich, weil sich die Familie der Spenderin nach dem tragischen Verlust ihrer eigenen Tochter zur Organspende entschieden hat. Diese Entscheidung hat letztlich zur Geburt eines gesunden Jungen geführt. Ich werde ihnen, aber auch jeder anderen Familie, die unser Programm bisher unterstützt hat, auf ewig dankbar sein“, fügte er hinzu.

Hoffnung für Frauen

Isabel Quiroga, die das britische Forschungsteam zu Gebärmuttertransplantationen ebenfalls leitet, erklärte: „Das ist ein gewaltiger Meilenstein. Er gibt Frauen ohne Gebärmutter, die sich eine Familie wünschen, neue Hoffnung. Es ist die einzige Behandlung, die ihnen ermöglicht, ihr eigenes Kind auszutragen und zu gebären – und damit eine weitere Option neben Adoption oder Leihmutterschaft.“

Die Eltern der Spenderin äußerten sich „unglaublich stolz auf das Vermächtnis“, das ihre Tochter hinterlasse. „Durch die Organspende hat sie anderen Familien das kostbare Geschenk von Zeit, Hoffnung, Heilung und nun auch Leben gemacht.“

Bell äußerte die Hoffnung, dass dieser Fortschritt künftig mehr Frauen zugutekommen möge: „Ich wünsche mir, dass diese Möglichkeit zur Mutterschaft eines Tages viel leichter zugänglich wird, damit andere die gleiche Chance bekommen wie ich.“

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KO KOSMO-Redaktion
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