Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
FSME-Risiko

Erste Zecken schon gesichtet – Impfung jetzt lebenswichtig

Erste Zecken schon gesichtet – Impfung jetzt lebenswichtig
FOTO: iStock/Ladislav Kubeš
2 Min. Lesezeit |

Kleine Parasiten, große Gefahr: Die Zeckensaison hat begonnen – und die Risikoperiode wird länger.

Mit dem Frühling kehren die Zecken zurück – und damit steigt auch das Risiko einer Ansteckung mit dem FSME-Virus. Fachleute raten dazu, den Impfschutz regelmäßig aufzufrischen: Die Grundimmunisierung umfasst drei Dosen, danach ist alle fünf Jahre eine Auffrischung notwendig. Ab dem 60. Lebensjahr verkürzt sich dieser Abstand auf drei Jahre, da ältere Menschen häufiger schwere Krankheitsverläufe entwickeln.

Martin Hosserek, Arzt im PVZ St. Pölten-Nord: „Die FSME-Durchimpfungsrate ist im Vergleich zu anderen Impfungen recht gut. Die Impfung hat in Österreich eine lange Tradition. Die Leute haben ein gutes Bewusstsein dafür.“ In Österreich beträgt die FSME-Durchimpfungsrate etwa 85 Prozent.

Ernste Folgen

Wer sich derzeit im Freien aufhält, sollte die kleinen Parasiten nicht aus dem Blick verlieren. Zecken sind zwar kaum größer als ein paar Millimeter, können bei einem Stich jedoch ernsthafte gesundheitliche Folgen auslösen – darunter die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Marco Tolino, Arzt im PVZ St. Pölten-Nord, sagt: „Wir haben gestern schon die erste Zecke entfernt. Bei einem Zeckenbiss besteht die Möglichkeit, dass man sich mit FSME ansteckt. Gegen diese Erkrankung gibt es keine Therapie.“

Eine Impfung ist in Primärversorgungszentren auch ohne vorherige Terminvereinbarung möglich. Welche Folgen eine FSME-Erkrankung im schlimmsten Fall haben kann, erläutert Tolino gegenüber noe.ORF.at: „In diesen Fällen kann es zu Krämpfen, zu Nackensteifigkeit und zu Lähmungserscheinungen kommen. Und diese Folgeerscheinungen einer Infektion mit dem FSME-Virus könnten dann auch zurückbleiben. Das ist wirklich sehr dramatisch.“

Ganzjähriges Risiko

Zwar ist die Gesamtzahl der FSME-Erkrankungen in Österreich im vergangenen Jahr gesunken, doch die zunehmend milden Winter verschieben die Risikoperiode: Während FSME klassischerweise vom Frühjahr bis in den Spätherbst auftritt und seinen Höhepunkt in den Sommermonaten hat, wurde 2025 der erste Fall bereits im April, der letzte erst im Dezember registriert. Im Jahr 2025 wurden in Österreich 132 FSME-Fälle bestätigt.

Mehr zum ThemaNeue Forschung aus Graz: Genetischer Faktor bei FSME entdeckt⇢

Im Jahresvergleich gingen die FSME-Fälle zurück, in Niederösterreich waren zwölf Personen auf eine stationäre Behandlung angewiesen. Wegen der anhaltend milden Winter entwickelt sich FSME jedoch zunehmend zu einem ganzjährigen Gesundheitsproblem – mehr dazu in FSME-Fälle durch Zecken zurückgegangen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen