Ein Vier-Sterne-General mit Jahrzehnten Dienst – und plötzlich ist seine Karriere beendet. Der nächste Kahlschlag an der US-Militärspitze ist vollzogen.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hat General Randy George aufgefordert, sein Amt als Generalstabschef des Heeres mit sofortiger Wirkung niederzulegen und in den Ruhestand zu treten. Das Pentagon bestätigte den Schritt am Donnerstag. „General Randy A. George wird sich mit sofortiger Wirkung von seiner Position als 41. Generalstabschef des Heeres zurückziehen“, erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell.
George hatte zuvor als ranghöchster militärischer Berater des damaligen Verteidigungsministers Lloyd Austin fungiert. US-Beamten zufolge stand er seit mehr als einem Jahr im Verdacht, auf der Abschussliste zu stehen. Als Generalstabschef des Heeres ist eine vierjährige Amtszeit vorgesehen – George hatte den Posten 2023 auf Nominierung von Präsident Joe Biden übernommen und wäre regulär bis 2027 im Amt geblieben.
Hegseths Umbau
Georges Abgang reiht sich in eine Serie von Personalentscheidungen ein, mit denen Hegseth seit seinem Amtsantritt als Verteidigungsminister die Spitze des Militärs umgebaut hat. Mehr als ein Dutzend Admirale und Generäle wurden seither entlassen oder kaltgestellt. Bereits zuvor hatte Hegseth General CQ Brown als Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs sowie Admiral Lisa Franchetti als Chefin der Marineoperationen abgesetzt. Am selben Donnerstag traf es auch General David Hodne, den Leiter des Transformations- und Ausbildungskommandos des Heeres, sowie Generalmajor William Green, den obersten Militärseelsorger des Heeres.
Wie ein Verteidigungsbeamter gegenüber ABC News mitteilte, wird General Christopher LaNeve, bisher stellvertretender Generalstabschef, kommissarisch an die Spitze des Heeres rücken. Diese Regelung entspreche der normalen Befehlsnachfolge und erkläre, warum zwei Vier-Sterne-Generäle gleichzeitig in den beiden höchsten Positionen des Heeres tätig seien. „Dass der stellvertretende Generalstabschef diese Rolle übernimmt, ist die erwartete und angemessene Maßnahme“, so der Beamte.
Georges Karriere
George begann seine militärische Laufbahn 1982 als Infanterieoffizier und erhielt 1988 seine Ernennung in West Point im US-Bundesstaat New York. Im Laufe seiner Karriere führte er einige der renommiertesten Bodenkampfeinheiten der US-Armee, darunter die 173. Luftlandebrigade und die 4. Infanteriedivision. Als Generalstabschef trieb er die strategische Neuausrichtung des Heeres voran: weg von den Einsatzmustern des globalen Antiterrorkampfes, hin zu einer Streitmacht, die für großangelegte Konflikte – etwa mit China – gerüstet ist.
Einen Schatten auf Georges Karriere wirft ein Vorfall aus dem Jahr 2009: Während seiner Zeit als Brigadekommandeur in Afghanistan wurde er für seine Rolle bei der Überwachung des Combat Outpost Keating gerügt – was in der US-Armee einer formellen öffentlichen Rüge gleichkommt. Der abgelegene Stützpunkt war beinahe von den Taliban überrannt worden und wurde anschließend von amerikanischen Kräften selbst zerstört. Acht US-Soldaten kamen bei dem Angriff ums Leben, zwei überlebende Soldaten wurden mit der Medal of Honor ausgezeichnet. Die Schlacht wurde später unter dem Titel „The Outpost“ verfilmt.
Trumps Justizministerin ist Geschichte – und die Gründe dahinter reichen tiefer als ein simpler Personalwechsel.
US-Präsident Donald Trump lies Pam Bondi als Justizministerin ablösen. Ihr bisheriger Stellvertreter Todd Blanche werde das Amt interimistisch übernehmen, teilte Trump über seine Onlineplattform mit. Blanche war früher Trumps persönlicher Anwalt und hatte ihn bereits in mehreren Strafverfahren vertreten. In seiner Mitteilung würdigte Trump Bondi als „eine große amerikanische Patriotin und eine treue Freundin, die im vergangenen Jahr treu als meine Justizministerin gedient hat“.
Epstein-Akten als Auslöser
Hintergrund der Entlassung ist laut Medienberichten eine zunehmende Unzufriedenheit Trumps mit Bondis Amtsführung – allen voran ihr Umgang mit den Ermittlungsakten rund um den verstorbenen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Nachdem die Akten an die Öffentlichkeit gelangten, rückte der Missbrauchsskandal wieder ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Die US-Regierung ist seither bemüht, jede Verbindung zwischen dem Fall und Trump so weit wie möglich aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten.
Darüber hinaus soll Trump seiner Justizministerin vorgeworfen haben, nicht entschlossen genug gegen jene Personen vorgegangen zu sein, die er als politische Feinde betrachtet und gegen die er strafrechtliche Schritte angestrebt hatte. Dass Trump klare Erwartungen an das Justizministerium stellt, hatte er nie verborgen gehalten: Im September hatte er über soziale Medien offen dazu aufgerufen, gegen Personen vorzugehen, die er als seine Gegner begreift.
Bondis Amtszeit
Die 60-jährige Bondi war erst im vergangenen Jahr ins Amt berufen worden. Zu Beginn ihrer Amtszeit galt sie als enge Vertraute des Präsidenten; bereits 2019 hatte sie Trump im Zuge des ersten Amtsenthebungsverfahrens unterstützt. Bei ihrer Vereidigung gelobte sie, das Ministerium nicht für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Dennoch leitete sie in der Folge Ermittlungen gegen Trumps politische Rivalen ein – ein Vorgehen, das ihr den Vorwurf einbrachte, das Ministerium als Instrument zur Abrechnung mit Gegnern zu nutzen.
Bondi ist bereits die zweite Ministerin, die Trump aus seinem Kabinett entfernt hat.
Anfang März hatte zuvor Heimatschutzministerin Kristi Noem ihren Posten räumen müssen.