Weltlage ändert Urlaubspläne: Britische Reisende entdecken neue Favoriten – und manche Destination erlebt dabei einen regelrechten Boom.
Die Unruhen im Nahen Osten verändern das Reiseverhalten britischer Urlauber spürbar. Immer mehr von ihnen weichen auf sichere, bewährte Destinationen aus – oder wagen sich gleich in die Ferne. Davon profitieren vor allem Adriaziele wie Kroatien und Montenegro, deren Beliebtheit merklich zulegt.
Laut einer Analyse der Preisvergleichsplattform TravelSupermarket, über die die britische Boulevardzeitung The Sun berichtete, wurden bereits in den ersten Märztagen deutliche Anstiege bei den Suchanfragen für zahlreiche Reiseziele registriert. Die Auswertung der ersten 25 Märztage zeichnet ein klares Bild: Urlauber suchen verstärkt nach Alternativen.
Sardinien vorn
Den stärksten Zuwachs verzeichnete Sardinien mit einem Plus von 236 Prozent bei den Suchanfragen. Die italienische Mittelmeerinsel gilt als Paradies für Strandliebhaber – mit weißem Sand, türkisblauem Wasser und einer beeindruckenden Küstenvielfalt: versteckte Buchten zwischen Granitfelsen, exklusive Resorts entlang der Costa Smeralda und die schroffen Klippen der Bucht von Orosei.
Mallorca folgt mit einem Anstieg von 168 Prozent. Die Baleareninsel ist seit den Anfängen des Pauschalreisens ein Fixpunkt im britischen Urlaubskalender – und verliert nichts von ihrer Anziehungskraft. Ob Familienresorts wie Alcúdia, Puerto Pollença oder Cala Bona, ob ruhige Küstenorte für Paare wie Sa Coma: Die Insel hält für jeden Geschmack etwas bereit.
Das türkische Bodrum verzeichnete einen Anstieg von 138 Prozent. Das ägäische Städtchen verbindet erschwinglichen Luxus mit historischer Tiefe und einer malerischen Küste voller gepflegter Strände und charmanter Hafenorte.
Montenegro legte um 122 Prozent zu. Der kleine Adriastaat punktet mit einer ungewöhnlichen Kombination: mittelalterliche Altstädte, wilde Berglandschaften und traumhafte Strände – alles auf engem Raum.
Ebenfalls um 122 Prozent gestiegen ist das Interesse an der Toskana. Die italienische Region mit ihrer Renaissance-Architektur und Kunsttradition zieht Kulturreisende aus aller Welt an, allen voran in die Regionalhauptstadt Florenz.
Karibik im Aufwind
Tunesien verzeichnete ein Plus von 102 Prozent. Das nordafrikanische Land lockt mit Sonne, Mittelmeerküste und über dreitausend Jahren Geschichte – darunter der zehn Kilometer lange Sandstrand Bou Jaafar bei Sousse.
Die Dominikanische Republik legte um 95 Prozent zu. Weiße Sandstrände und üppige Nationalparks machen das karibische Land für jene attraktiv, die Sonne in der Ferne suchen.
Kroatien, das Land der tausend Inseln, verzeichnete einen Anstieg von 91 Prozent. Das kristallklare Adriawasser, rund 2.700 Sonnenstunden im Jahr und das historische Dubrovnik machen das Land zu einem der begehrtesten Reiseziele der Region.
Kalifornien folgt mit einem Zuwachs von 90 Prozent – befeuert unter anderem durch die Fußball-Weltmeisterschaft, die diesen Sommer mit Spielen in Los Angeles und San Francisco stattfindet. Zusätzlichen Auftrieb gibt die Wiedereröffnung des legendären Highway 1 durch Big Sur nach mehrjähriger Sanierung.
Den Abschluss der Top-Destinationen bildet St. Lucia mit einem Anstieg von 86 Prozent. Die karibische Insel mit Regenwäldern, vulkanischen Quellen und langen Sandstränden liegt rund acht Flugstunden vom Vereinigten Königreich entfernt – und gewinnt als Fernziel zunehmend an Zuspruch.