Kroatiens Vorzeige-Brücke zeigt erste Schäden – und die Uhr tickt. Ohne Eingriff drohen langfristige Folgen für das 420-Millionen-Bauwerk.
An der Pelješac-Brücke, dem imposanten Bauwerk, das die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva ohne Umweg über bosnisch-herzegowinisches Territorium mit dem kroatischen Festland verbindet, sind Risse in einem Brückenpfeiler aufgetreten. Die kroatische Straßenverwaltung Hrvatske ceste plant, die Sanierungsarbeiten im Oktober aufzunehmen – nach dem Ende der Touristensaison – und bis zum Beginn der nächsten abzuschließen.
Kein Sicherheitsrisiko
Entwarnung gibt es zumindest hinsichtlich der unmittelbaren Sicherheit: Die Risse gefährden die Stabilität der Brücke nicht. Dennoch besteht Handlungsbedarf, wie Ivica Budimir, Vorstandsvorsitzender von Hrvatske ceste, gegenüber dem Portal Dnevnik.hr erläuterte.
„Die Betonoberfläche muss je nach Ausmaß der Risse bis zur Hauptbewehrung abgetragen, anschließend erneuert und zusätzlich geschützt werden. Der Grund dafür ist klar: Durch diese Risse dringen Salz und Feuchtigkeit ein, die über die nächsten 20 bis 30 Jahre die Hauptbewehrung der Pfeiler und Pylone beschleunigt zerstören würden. Das ist der einzige Grund“, so Budimir.
Milliardenprojekt der EU
Die Pelješac-Brücke wurde im Juli 2022 eröffnet und gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Region. Ihr Gesamtwert beläuft sich auf rund 420 Millionen Euro – der Großteil davon, konkret 357 Millionen Euro, wurde durch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss der Europäischen Union finanziert.