UV-Shirts sollen Kinder vor der Sonne schützen – doch ein neuer Test zeigt: Viele Produkte halten nicht, was sie versprechen.
Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hat erhebliche Mängel bei UV-Shirts für Kinder aufgedeckt. Durchgeführt wurde die Untersuchung im Rahmen des EU-geförderten Projekts „ToxFree LIFE for all“ gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen. Von den 12 in Österreich erhältlichen Produkten bietet rund die Hälfte keinen ausreichenden UV-Schutz, zwei Drittel weisen zudem Bisphenole auf.
Die Gesamtbewertungen verteilen sich auf 4 Mal „gut“, 1 Mal „durchschnittlich“, 2 Mal „weniger zufriedenstellend“ und 5 Mal „nicht zufriedenstellend“.
Mangelhafter UV-Schutz
Eigentlich sollte ein UV-Shirt mit dem Schutzfaktor UPF 50+ dieselbe Wirkung entfalten wie eine entsprechend deklarierte Sonnencreme. Tatsächlich erfüllten jedoch lediglich 6 der 12 getesteten Produkte diesen Anspruch. Ergänzend wurden zwei herkömmliche Baumwollshirts in die Untersuchung einbezogen – eines in Weiß, eines in Schwarz.
Während das weiße keinerlei Schutzwirkung zeigte, erzielte das schwarze einen Schutzfaktor von 50+. VKI-Projektleiterin Birgit Schiller zieht daraus ein ernüchterndes Fazit: „Das schwarze T-Shirt bot damit in vielen Fällen besseren Schutz als die getesteten UV-Shirts.“
Schadstoffe & Mikroplastik
Besonders im Hinblick auf Kinder ist der Befund zu Schadstoffen besorgniserregend. Bisphenole gehören zu den am häufigsten produzierten Industriechemikalien und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu belasten sowie die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Dennoch wurden sie in 8 von 12 der untersuchten Shirts nachgewiesen.
Birgit Schiller, die beim VKI für Chemikalienfragen zuständig ist, erläutert: „Zwar konnten wir in keinem T-Shirt Bisphenol A (BPA) in zu hohen Mengen nachweisen. Allerdings fanden wir ‚Ersatz-Bisphenole‘ wie BPS oder BPF, die jedoch nicht weniger besorgniserregend sind.“
Auch der Aspekt Mikroplastik wurde in die Bewertung einbezogen. Synthetische Textilien wie UV-Shirts, die häufig aus Polyester und Elastan gefertigt sind, setzen beim Tragen und Waschen feinste Kunststoffpartikel frei. Da es für diesen Bereich keine einheitliche Norm gibt, nahm der VKI einen direkten Produktvergleich vor. Die Shirts von Decathlon und Tchibo schnitten dabei am schlechtesten ab und erhielten die Bewertung „weniger zufriedenstellend“.
Weder Markenname noch Preis erlauben verlässliche Rückschlüsse auf die Produktqualität. So waren die Shirts von Temu und Shein zwar frei von Schadstoffen, versagten aber beim UV-Schutz deutlich. Umgekehrt können auch etablierte Marken problematische Chemikalien enthalten.
Was vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht bewusst ist: UV-Kleidung verliert mit der Zeit ihre Schutzwirkung. Nach Ablauf der angegebenen Haltbarkeit kann der deklarierte UV-Schutz nicht mehr garantiert werden. Der Kauf gebrauchter UV-Shirts oder die Weitergabe an jüngere Geschwister ist daher nur bedingt ratsam.
Ein spezielles UV-Shirt ist nicht in jedem Fall notwendig. Eng gewebte, dunkle oder schwarze Baumwollshirts können unter Umständen eine vergleichbare Schutzwirkung erzielen. Unabhängig davon, welche Kleidung ein Kind trägt, sollten alle nicht bedeckten Körperstellen weiterhin mit Sonnencreme geschützt werden. Auch eine geeignete Kopfbedeckung bleibt empfehlenswert.
Die vollständigen Testergebnisse sind ab sofort in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter www.vki.at/kinder-uvshirts-2026 verfügbar.