Griechenland im Sommer: Millionen Touristen, sengende Hitze – und auf manchen Inseln kaum noch Trinkwasser.
Pünktlich zum Beginn der Hochsaison spitzt sich auf mehreren griechischen Inseln die Situation bei der Trinkwasserversorgung zu. Besonders hart trifft es Alonissos und Tinos: Für beide Ägäisinseln hat das griechische Umwelt- und Energieministerium den Wassernotstand ausgerufen und die Inseln in einen Sonderstatus versetzt. Dieser ermöglicht es den Behörden, notwendige Versorgungsmaßnahmen deutlich rascher umzusetzen.
Wie das Portal Greek Reporter berichtet, sollen dabei bürokratische Hemmnisse gezielt abgebaut werden, um Projekte zur Wasserversorgung zu beschleunigen – darunter etwa die kurzfristige Anmietung mobiler Entsalzungsanlagen.
Weitreichende Engpässe
Die Notfallregelungen gelten laut Keep Talking Greece für einen Zeitraum von drei Monaten und sind seit dem 17. Juni 2026 in Kraft. Das Problem ist allerdings kein auf einzelne Inseln begrenztes Phänomen: Bereits in den vorangegangenen Monaten kam es an verschiedenen Standorten im griechischen Inselraum zu Engpässen – betroffen waren unter anderem Karpathos, Leros, Patmos, Astypalea, Symi und Ägina. Auch auf Korfu musste nach Angaben von Greek Reporter aufgrund der angespannten Versorgungslage eingegriffen werden.
Saisonaler Druck
Der Sommer stellt für viele griechische Inseln traditionell die größte Belastungsprobe dar: In der Urlaubssaison übersteigt die Zahl der Gäste die der ansässigen Bevölkerung häufig um ein Vielfaches, während Hotels, Restaurants, Pools und weitere touristische Infrastruktur den Wasserbedarf zusätzlich in die Höhe treiben. Gleichzeitig sind die natürlichen Wasserreserven in den heißen, niederschlagsarmen Sommermonaten naturgemäß begrenzt.
Mit den eingeleiteten Notmaßnahmen versuchen die zuständigen Stellen nun sicherzustellen, dass die Trinkwasserversorgung auch während der besucherreichen Monate stabil bleibt.