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Steuerlast

Österreicher arbeiten bis 16. August nur für den Staat

Österreicher arbeiten bis 16. August nur für den Staat
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Mehr als die Hälfte des Jahres arbeiten Vollzeitbeschäftigte in Österreich für den Staat – ein Datum markiert dabei eine bittere Grenze.

Wer in Österreich vollzeitbeschäftigt ist, arbeitet im statistischen Median 227 Tage im Jahr ausschließlich für den Staat – so lautet das Ergebnis einer Berechnung des Wiener Hayek Instituts. Der sogenannte Tax Freedom Day, also jener Tag, ab dem Beschäftigte ihr Einkommen tatsächlich für sich selbst behalten, fällt heuer auf den 16. August.

Die Dimension der Abgabenlast zeigt sich bereits auf dem Lohnzettel: Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten verschlingen beim Mediangehalt mehr als 46 Prozent. Rechnet man indirekte Abgaben wie Umsatz- oder Mineralölsteuer hinzu, die alle Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich betreffen, steigt die Gesamtbelastung auf über 62 Prozent.

Strukturelles Ausgabenproblem

Zum Vergleich: In den 1970er-Jahren lag der Tax Freedom Day laut Wirtschaftskammer noch Anfang Juli. Seit 2008 verschob er sich dauerhaft in den August – eine Trendwende ist seither nicht eingetreten, was die politische Debatte über die Abgabenlast weiter befeuert.

„Ein Staat, der fast zwei Drittel der Arbeitskosten einzieht und dennoch Rekorddefizite schreibt, hat kein Einnahmenproblem. Er hat ein strukturelles Ausgabenproblem“, betont Martin Gundinger, Ökonom am Hayek Institut Wien.

Politischer Handlungsbedarf

Auch von Seiten der Jungen Wirtschaft und der Jungen Industrie wird angesichts der langfristigen Entwicklung dringender Handlungsbedarf angemahnt. „Was für jeden Haushalt und jedes Unternehmen selbständig ist, muss auch für den Staat gelten: Auf Dauer kann nicht mehr ausgegeben werden, als erwirtschaftet wird“, sagt Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft. Als erklärtes Ziel gilt, den Tax Freedom Day schrittweise wieder auf einen früheren Zeitpunkt vorzuziehen – dafür seien jedoch geeignete Rahmenbedingungen und politische Spielräume unabdingbar.

FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm bezeichnet die aktuelle Steuerbelastung als nicht länger tragbar: „Dieser Umstand belastet nicht nur die Österreicher, denen immer weniger Geld zum Leben bleibt, sondern auch die Wirtschaft, die durch die hohen Arbeitskosten im internationalen Vergleich immer weniger bestehen kann.“ Besonders die Standortattraktivität Österreichs sowie der in zahlreichen Branchen bereits spürbare Fachkräftemangel seien unmittelbar von der hohen Abgabenlast betroffen.

Seit diesem Jahr steht österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstmals ein Instrument zur Verfügung, mit dem sie ihre individuellen Arbeitskosten, die persönliche Abgabenlast sowie das eigene Steuerstopp-Datum berechnen können – inklusive einer detaillierten Aufschlüsselung, welche Staatsausgaben mit diesen Mitteln finanziert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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