Tagelang fehlte jede Spur – dann tauchten Mutter und Tochter tausende Kilometer von Wien entfernt auf.
Zwei israelische Frauen, die tagelang in Wien als vermisst galten, sind Medienberichten zufolge in Argentinien aufgetaucht. Die 50-jährige Mutter und ihre 23-jährige Tochter sollen dort einen Neuanfang wagen wollen. Die beiden waren zuvor über Prag nach Wien gereist und zuletzt am 7. August in einem Hotel in Wien-Margareten gesehen worden, wo sie auch eingecheckt hatten.
Seither fehlte jede Spur von ihnen – bis Verwandte am 10. August die Polizei einschalteten, weil jeglicher Kontakt abgebrochen war. Dass etwas nicht stimmte, bemerkten die Angehörigen erstmals am Sonntagmorgen, dem 9. August: Da der Schabbat den Gebrauch elektronischer Geräte untersagt, fiel erst dann auf, dass Textnachrichten an die beiden unzugestellt geblieben waren. Hinzu kam, dass weder Mutter noch Tochter am Freitagabend beim geplanten Schabbat-Essen erschienen waren – und auch das Essen, das sie für den Samstag bei einem koscheren Restaurant vorbestellt hatten, nicht abgeholt worden war.
Freiwilliger Aufbruch
Bereits am Freitag teilte die Landespolizeidirektion Wien mit, dass die Frauen das Land aus eigenem Antrieb verlassen hatten. Überwachungsaufnahmen zeigen, wie die beiden am 8. August mit ihrem Gepäck ihre Unterkunft verließen – offenbar freiwillig und ohne Begleitung durch Dritte.
Im Verlauf der Suche hatte sich auch die israelische Botschaft in Wien eingeschaltet und über soziale Medien sowie eine Presseaussendung die Bevölkerung um Hinweise gebeten. Den Ermittlungen zufolge reisten die Frauen anschließend nach Argentinien. Dort wurden sie schließlich von Beamten – darunter Vertreter Interpols und der israelischen Behörden – in einem Bus angetroffen und angesprochen.
Fund in Argentinien
Laut einem Bericht der „Times of Israel“ wirkten die beiden zwar sichtlich überrascht, waren jedoch wohlauf. Auf dem veröffentlichten Videomaterial ist zu hören, wie ein Beamter sagt: „Ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen. Wir haben uns große Sorgen um Sie gemacht.“ Nach einer kurzen Befragung durften die Frauen ihre Reise fortsetzen, da keinerlei Anhaltspunkte für eine Straftat vorlagen.
Spekulationen über Schulden oder betrügerische Handlungen bestätigten sich nicht. Die Angehörigen in Israel reagierten der Zeitung zufolge mit großer Erleichterung auf die Nachricht, dass die beiden lebend gefunden worden waren, und dankten allen an der Suche Beteiligten. Warum die Frauen in Wien den Kontakt zu ihrer Familie abrupt abgebrochen hatten und ohne deren Wissen nach Argentinien aufgebrochen waren, blieb zunächst ungeklärt.