Ein sieben Wochen altes Baby stirbt – während die Eltern zocken. Der Fall aus Florida lässt Ermittler fassungslos zurück.
Gracie Jai Tellez (20) und Robert Lee Ingram Jr. (22) wurden Anfang August festgenommen. Die Vorwürfe gegen das Paar: Tötung sowie schwere Vernachlässigung eines Kindes. Ein Richter ordnete für beide Untersuchungshaft ohne Möglichkeit auf Kaution an. Die beiden wurden am 7. August 2026 in Jacksonville, Florida, auf Grundlage von Haftbefehlen aus Broward County festgenommen und anschließend in das dortige Gefängnis überstellt.
Wie US-Medien berichten, ereigneten sich die entscheidenden Ereignisse am 14. Oktober 2025 in Hollywood, Florida. Um 11.54 Uhr rief die Mutter den Notruf an – ihre Tochter sei blass, kalt und nicht mehr ansprechbar. Einsatzkräfte versuchten vor Ort, das Mädchen zu reanimieren. In der Kinderklinik wurde das Baby auf der Intensivstation an lebenserhaltende Geräte angeschlossen. Vier Tage nach dem Notruf erklärten die behandelnden Ärzte das Kind für hirntot.
Schwere Verletzungen
Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab ein Schädeltrauma als Todesursache – die Behörden gehen von einem Tötungsdelikt aus. Laut einem Bericht von NBC, der sich auf den Haftbefehl von Mitte Juli bezieht, heißt es darin: „Die Verletzungen sind durch einen heftigen Aufprall und wiederholte ruckartige Bewegungen von Kopf und Hals entstanden.“ Die Befunde deuten damit eindeutig auf gewaltsames Schütteln hin.
Weitere Gutachten zeichnen ein noch erschreckenderes Bild: Das Kind hatte demnach eine durch Sauerstoffmangel verursachte Hirnschädigung erlitten, zudem wurden Blutungen in beiden Augen, abgelöste Netzhäute sowie Schädelbrüche festgestellt.
Verdacht der Ermittler
Während ihre sieben Wochen alte Tochter im Bettchen lag, sollen die Eltern Videospiele gespielt und Videos auf YouTube angesehen haben. Selbst als das Kind bereits bewusstlos war, sollen die beiden das Spiel „Call of Duty“ weitergespielt haben. Gegenüber den Ermittlern gaben die Eltern zunächst an, ihr Baby gefüttert, ins Bett gelegt und anschließend per FaceTime vom Handy aus überwacht zu haben.
Die Ermittler halten diese Schilderung jedoch für nicht glaubwürdig. Nach Angaben von Local10 News ergab die Auswertung der Gerätedaten, dass das Paar in dieser Zeit unter anderem „Call of Duty“ gespielt und Videos konsumiert hatte – und zwar auch noch zu dem Zeitpunkt, als der Säugling bereits bewusstlos war. Der Verdacht der Ermittler: Das Paar könnte sich durch das Kind gestört gefühlt und versucht haben, es zum Schweigen zu bringen.
Tellez und Ingram Jr. weisen die Vorwürfe zurück, sind jedoch nicht in der Lage, eine nachvollziehbare Erklärung für die schweren Verletzungen des Kindes zu liefern.
Bei ihrer ersten Anhörung machten beide laut ihrer Pflichtverteidigerin von ihrem Schweigerecht Gebrauch.