Ein Feuerwehrfest, eine Nacht, ein toter junger Mann – und ein Geständnis, das mehr Fragen aufwirft als es beantwortet.
Mehr als zwei Wochen nach einem Unfall mit Fahrerflucht im kärntnerischen Globasnitz hat die Polizei einen Tatverdächtigen ausgeforscht. Wie die Behörde gegenüber „Heute“ bestätigte, handelt es sich um einen Pensionisten aus dem Bezirk Völkermarkt, der einvernommen wurde. Zunächst stritt der Mann jede Beteiligung ab – doch im Verlauf der Befragung legte er schließlich ein Geständnis ab.
Seinen Angaben zufolge habe er in der Tatnacht mit einem Feuerwehrfahrzeug einen reglosen Körper überrollt, der mitten auf der Fahrbahn gelegen sei. Danach sei er, von dem Erlebnis erschüttert, weitergefahren. Später sei er jedoch an den Unfallort zurückgekehrt und habe dort bei der Absicherung mitgeholfen.
Belastendes Gewebe
In den vergangenen Tagen nahmen die Ermittler einen Mercedes Sprinter einer Freiwilligen Feuerwehr unter die Lupe. Äußerlich waren an dem Fahrzeug zunächst keine Beschädigungen zu erkennen. Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes wurde jedoch am Unterboden fündig: Dort wurden Gewebeteile sichergestellt, bei denen es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um menschliches Gewebe handelt. Die Auswertung dieser Spuren läuft derzeit noch.
Wie sich der Unfall im Detail zugetragen hat, ist nach wie vor Gegenstand laufender Ermittlungen. Gemeinsam mit einem Obduzenten und einem Verkehrssachverständigen wird derzeit geprüft, ob neben dem Feuerwehrfahrzeug möglicherweise noch weitere Fahrzeuge an dem Vorfall beteiligt waren. Eine abschließende Rekonstruktion des Unfallhergangs ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
Tatort nach Feuerwehrfest
Der 20-Jährige war in der Nacht auf den 9. August gegen 4.30 Uhr auf der Bleiburger Straße in Traundorf angefahren worden – unmittelbar nach einem Feuerwehrfest in der Gegend. Eine Zeugin beobachtete, wie der Lenker rund 100 Meter nach der Unfallstelle kurz anhielt, dann aber weiterfuhr. Da es zu diesem Zeitpunkt noch dunkel war, konnte die Frau weder das Fahrzeug noch den Fahrer näher beschreiben.
An der Stelle, an der das Fahrzeug gestoppt hatte, stellten Ermittler Gegenstände sicher, die auf DNA-Spuren untersucht wurden. In einem angrenzenden Maisacker wurden zudem Fahrzeugteile aufgefunden.