Wien meldet einen medizinischen Erstfall: Eine Reiserückkehrerin brachte ein gefährliches Virus mit – die Behörden reagieren sofort.
In Wien ist erstmals ein Fall von Krim-Kongo-Fieber auf österreichischem Boden nachgewiesen worden. Eine Frau, die kürzlich aus dem Nahen Osten nach Österreich zurückgekehrt war, wurde positiv auf das Krim-Kongo-Virus getestet. Sie befindet sich derzeit in stabilem Zustand und wird auf einer Sonderisolierstation der Klinik Wien-Favoriten von einem spezialisierten Expertenteam medizinisch versorgt.
Die Übertragung des Virus erfolgte während des Auslandsaufenthalts der Patientin im Nahen Osten. Nach ihrer Rückkehr traten erste Krankheitssymptome auf, woraufhin die Klinik Wien-Favoriten frühzeitig in die Behandlung eingebunden wurde. Zur Absicherung der Diagnose wurde eine Probe an das Bernhard-Nocht-Institut in Deutschland weitergeleitet. Die medizinische Verantwortung liegt bei Christoph Wenisch, der den stabilen Gesundheitszustand der Patientin bestätigt.
Übertragung & Symptome
Das Virus wird in erster Linie durch den Stich infizierter Hyalomma-Zecken sowie durch engen Kontakt mit erkrankten Tieren übertragen. Darüber hinaus ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, sofern direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten besteht. Zu den typischen Krankheitszeichen zählen hohes Fieber und Muskelschmerzen; in schwerwiegenden Verläufen können auch innere Blutungen auftreten.
Internationale Gesundheitsbehörden beschreiben das Krim-Kongo-Fieber als weltweit am weitesten verbreitete durch Zecken übertragene virale hämorrhagische Fiebererkrankung, mit nachgewiesenen Fällen in mehr als 30 Ländern in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Teilen Europas. Die Weltgesundheitsorganisation und das US-Seuchenkontrollzentrum geben für das Krim-Kongo-Fieber eine durchschnittliche Fallsterblichkeitsrate von etwa 10 bis 40 Prozent an, wobei einzelne Ausbrüche auch niedrigere oder deutlich höhere Werte melden.
„Das Krim-Kongo-Fieber ist eine sehr seltene und ernstzunehmende Infektion. Gut ist, dass die Erkrankung rasch diagnostiziert wurde und die infizierte Person nun auf einer Sonderisolierstation ist“, erklärte Christoph Wenisch, Leiter der Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik Wien-Favoriten. Die Einrichtung verfügt nach eigenen Angaben über weitreichende Erfahrung im Umgang mit hochinfektiösen Erkrankungen.
Behördliche Maßnahmen
„Die Infektiologie der Klinik Wien-Favoriten verfügt über umfassende Expertise in der Diagnostik und Behandlung von Infektions- und Tropenerkrankungen“, heißt es in einer Aussendung des Wiener Gesundheitsverbunds. Parallel dazu hat die Wiener Gesundheitsbehörde die Erhebung von Kontaktpersonen eingeleitet – eine Maßnahme, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht für das Virus vorgesehen ist.