Fünf Tote und mittlerweile 44 bestätigte Fälle: Das West-Nil-Virus trifft Nordmazedonien derzeit besonders hart. Nun wurden auch in Kroatien Infektionen bestätigt.
In Nordmazedonien sind mittlerweile 44 Infektionen mit dem West-Nil-Virus bestätigt worden. Das gab Gesundheitsminister Saso Klekovski bekannt, nachdem er die Klinik für Infektionskrankheiten in Skopje sowie das nationale Institut für öffentliche Gesundheit besucht hatte. Fünf Erkrankte sind den Folgen der Infektion bereits erlegen.
Epidemie in Skopje
Am 11. August wurde in mehreren Gemeinden der Hauptstadt Skopje eine Epidemie ausgerufen. Betroffen waren zunächst Kisela Voda, Gazi Baba, Aerodrom und Butel. Der erste gemeldete Fall dieses Jahres datiert bereits auf den 15. Mai und wurde in Veles registriert. Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch den Stich infizierter Stechmücken.
Die Behörden haben ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücken inzwischen verstärkt. Neben regulären Einsätzen werden in betroffenen Gebieten zusätzliche Desinfektions- und Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Die Bevölkerung wurde zudem aufgefordert, stehendes Wasser zu entfernen, Repellentien zu verwenden und sich insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung vor Mückenstichen zu schützen.
Auch Kroatien meldet Fälle
Inzwischen wurden auch in Kroatien drei Infektionen mit dem West-Nil-Virus bestätigt. Die Fälle wurden im Juli und August in Ost-, Zentral- und Nordwestkroatien registriert, wie der kroatische Gesundheitsdienst HZJZ mitteilte.
Nach aktuellem Stand handelt es sich bei den drei gemeldeten Fällen um asymptomatische Infektionen. Der HZJZ bezeichnet die derzeitige epidemiologische Lage in Kroatien als für diese Jahreszeit üblich. Todesfälle im Zusammenhang mit den aktuell gemeldeten kroatischen Fällen wurden bislang nicht bekannt.
Der kroatische Gesundheitsdienst weist darauf hin, dass etwa 70 bis 80 Prozent der Infektionen ohne Symptome verlaufen. Bei einem kleineren Teil der Infizierten treten Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenksschmerzen auf. In weniger als einem Prozent der Fälle kann eine schwere Erkrankung mit Beteiligung des zentralen Nervensystems wie eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung entstehen.
Virus in Europa verbreitet
Nordmazedonien und Kroatien sind keine Einzelfälle. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hatte mit Stand 21. August in zwölf europäischen Ländern lokal erworbene West-Nil-Infektionen registriert. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 625 lokal erworbene Fälle gemeldet worden. Besonders viele Fälle verzeichneten Italien und Griechenland.
Die kroatischen Fälle wurden erst danach von den nationalen Gesundheitsbehörden bekannt gegeben und waren in dieser ECDC-Wochenbilanz daher noch nicht enthalten.
Die Übertragungssaison erstreckt sich in Europa typischerweise vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Besonders aktiv ist das Virus während der warmen Sommermonate, wenn auch die Population der übertragenden Stechmücken am größten ist.