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Aufrüstung

Ukraine-Krieg als Weckruf: Kroatien gibt Milliarden aus

Ukraine-Krieg als Weckruf: Kroatien gibt Milliarden aus
foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Kroatien hat vergangenen Freitag ein weitreichendes Rüstungspaket auf den Weg gebracht, das die Verteidigungsfähigkeiten des Landes grundlegend verändern soll. Kernstück des Beschlusses ist die Anschaffung von 18 südkoreanischen K239-Chunmoo-Mehrfachraketenwerfern, für die 544,1 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Entscheidung steht im Kontext einer veränderten Sicherheitslage in Europa, auf die Zagreb nun mit gezielten Investitionen reagiert.

Das gesamte Modernisierungspaket hat laut offiziellen Angaben ein Volumen von rund 2,18 Milliarden Euro und umfasst neben den Raketenwerfern auch 44 Leopard-2A8-Panzer, 18 Caesar-MK2-Panzerhaubitzen, 420 Tatra-Lastfahrzeuge sowie ein Anti-Drohnen-System. Damit erreichte Kroatien im Jahr 2025 das NATO-Ziel von mindestens 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben, nachdem das Land 2024 noch bei rund 1,8 Prozent lag.

Die neuen Raketenwerfer sollen veraltete Systeme ablösen und Kroatien erstmals in die Lage versetzen, Ziele in deutlich größerer Reichweite zu bekämpfen. Der K239 Chunmoo kann je nach verwendeter Munition Ziele in Entfernungen zwischen rund 36 und 290 Kilometern bekämpfen – bei der 239-mm-Lenkrakete bis zu 80 Kilometer, bei der in Entwicklung befindlichen 400-mm-Rakete bis zu 200 Kilometer und mit der ballistischen KTSSM-II-Rakete bis zu rund 290 Kilometer. Die Lieferungen sind zwischen 2026 und 2029 geplant. Parallel dazu werden die zwölf Rafale-Kampfjets der kroatischen Luftwaffe für 11,246 Millionen Euro mit zusätzlichen Systemen zur Bedrohungserkennung und Zielverfolgung ausgestattet.

Premier Andrej Plenkovic verwies zur Begründung auf die Lehren des Ukraine-Krieges: Die russische Invasion habe gezeigt, wie entscheidend weitreichende Präzisionswaffen, moderne Luftverteidigung, Aufklärung und geschützte Kommunikation geworden seien.

Weitere Investitionen

Das Paket umfasst darüber hinaus 41,1 Millionen Euro für die Modernisierung des militärischen Kommunikationssystems, das künftig besser gesicherte Übertragungswege gewährleisten soll. Auf der Luftwaffenbasis Zemunik bei Zadar entsteht zudem ein neuer Multifunktionshangar, dessen Errichtung mit 12,17 Millionen Euro veranschlagt ist.

Ergänzt wird das Programm durch die Beschaffung neuer Spike-Panzerabwehrraketen der Typen LR2 und SR im Wert von 13,9 Millionen Euro. Verteidigungsminister Ivan Anusic sprach in diesem Zusammenhang von einer „historischen Modernisierung“ der kroatischen Streitkräfte, die angesichts des veränderten geopolitischen Umfelds unausweichlich geworden sei.

Eingebettet ist das aktuelle Paket in einen umfassenderen Umbau der Armee: Bereits laufend werden amerikanische Bradley-Schützenpanzer eingeführt, zudem hat Kroatien 44 Leopard-2A8-Panzer bestellt und 18 Caesar-MK2-Panzerhaubitzen in Auftrag gegeben.

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KO KOSMO-Redaktion
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