Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Schiffskatastrophe

Fährunglück mit 12 Toten: Kapitän und acht weitere festgenommen

Fährunglück mit 12 Toten: Kapitän und acht weitere festgenommen
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

514 Meter Tiefe, 16 Vermisste, neun Festnahmen – das Fährunglück vor Nordzypern zieht immer weitere Kreise.

Vor der Nordküste Zyperns läuft die Suche nach Überlebenden eines schweren Fährunglücks auf Hochtouren. Bislang wurden zwölf Todesopfer geborgen, darunter zwei Frauen. Sechzehn Personen gelten weiterhin als vermisst.

Am vergangenen Sonntag war die Fähre „Filo Jet“ des Unternehmens Filo Denizcilik kurz nach dem Ablegen im Hafen von Kyrenia gekentert. An Bord befanden sich 267 Personen. 239 von ihnen konnten gerettet werden, das Schicksal der übrigen blieb zunächst ungewiss.

Bei den bisher geborgenen Opfern handelt es sich ausschließlich um türkische Staatsbürger. Der Regierungschef von Nordzypern, Unal Ustel, wandte sich über den Onlinedienst X an die Öffentlichkeit und bekräftigte den Einsatz der Behörden: „Die Suchoperationen werden rund um die Uhr fortgesetzt, um unsere 16 Vermissten zu erreichen.“

Suche in der Tiefe

Für die Suche nach dem Wrack, das in einer Tiefe von 514 Metern liegt, sind Spezialtaucher sowie mehrere Marinedrohnen im Einsatz. Zusätzliche Unterstützung leisten zwei türkische Marineschiffe, die am Mittwoch entsandt wurden und mit Unterwasserdrohnen ausgestattet sind, die Tiefen von bis zu 1.000 Metern erreichen können.

Kapitän in Haft

Parallel zu den Rettungsarbeiten laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache. Der Kapitän der Fähre sowie acht weitere Personen befinden sich in Untersuchungshaft, der Verdacht lautet auf fahrlässige Tötung.

Bei einer Gerichtsanhörung in Kyrenia stellten Ermittler fest, dass das Unglück möglicherweise hätte verhindert werden können: Der Kapitän hätte die Geschwindigkeit reduzieren und das Schiff sicher zurücksteuern sollen, als es begann, Wasser aufzunehmen.

Das Unglück ereignet sich vor dem Hintergrund der seit 1974 bestehenden Teilung Zyperns. Die Türkische Republik Nordzypern wird bis heute ausschließlich von der Türkei diplomatisch anerkannt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen