270 Menschen an Bord, wenige Minuten nach dem Ablegen – dann das Unglück: Eine Fähre sinkt auf 514 Meter Tiefe.
Nur wenige Minuten nach dem Ablegen sank die Fähre „Filo Jet“ vor der Nordküste Zyperns – mindestens acht Menschen kamen dabei ums Leben. An Bord des 40 Meter langen Hochgeschwindigkeitsschiffes unter türkischer Flagge befanden sich 270 Passagiere und Besatzungsmitglieder, als das Unglück seinen Lauf nahm.
Das türkisch-zyprische Innenministerium präzisierte später: An Bord befanden sich 259 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder. Nach aktuellem Stand der Behörden wurden 237 Menschen lebend gerettet, 7 Todesopfer bestätigt und 23 Personen zunächst als vermisst gemeldet.
Die Fähre hatte den Hafen von Kyrenia in Richtung des türkischen Hafens Taşucu verlassen, als sie bereits nach rund zwei Seemeilen und kaum einer Viertelstunde Fahrtzeit begann, Wasser aufzunehmen. Ersten Erkenntnissen zufolge dürften widrige Wetterbedingungen die Ursache gewesen sein. Das Schiff sank schließlich auf eine Tiefe von 514 Metern.
Küstenwachboote und Rettungshubschrauber suchten stundenlang nach weiteren Überlebenden. Gerettete Personen wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht.
Reaktionen der Behörden
Der Premierminister der Türkischen Republik Nordzypern, Unal Ustel, bestätigte die Todesopfer und zeigte sich erschüttert: „Wir sind zutiefst betrübt. Es gab Todesopfer, und es gibt Verletzte.“ Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan meldete sich zu Wort und betonte die enge Zusammenarbeit mit den nordzyriotischen Behörden bei den Rettungsmaßnahmen.
„Wir hoffen, dass wir positive Nachrichten erhalten werden“, sagte Erdogan. Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Senkul, beschrieb die Lage als ernst. Constantinos Letymbiotis, der sich ebenfalls zu dem Unglück äußerte, unterstrich: „In solchen Zeiten ist der Schutz des menschlichen Lebens von größter Bedeutung.“
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— AirVector (@airpower33) August 30, 2026
Festnahmen & Ermittlungen
Im Zuge der Ermittlungen wurden der Kapitän sowie sieben weitere Personen festgenommen. TRNC-Verkehrsminister Erhan Arikli informierte über den Stand der Evakuierung und die laufenden Untersuchungen zur genauen Unglücksursache.
Die Türkische Republik Nordzypern (TRNC), die den nördlichen Teil der Insel kontrolliert, wird international lediglich von der Türkei anerkannt – ein Umstand, der auch die Koordination solcher Einsätze politisch komplex gestaltet.