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Luftangriffe

Bomben statt Diplomatie: Selenskyj klagt Putin nach Angriffswelle an

Bomben statt Diplomatie: Selenskyj klagt Putin nach Angriffswelle an
FOTO: EPA/SERGEY DOLZHENKO
3 Min. Lesezeit |

Während Diplomaten neue Gespräche planen, treffen Drohnen und Bomben neun Regionen. Kiew fordert Schutz, bevor der Winter kommt.

Vor möglichen, von den USA vermittelten Gesprächen melden ukrainische Behörden eine neue Welle russischer Angriffe mit Drohnen, Gleitbomben und Raketen. Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von gezielten Attacken auf Zivilisten und kritische Infrastruktur und verlangt mehr Hilfe bei der Luftabwehr.

Opfer und Schäden

Laut Selenskyj wurden aus der Region Dnipropetrowsk vier Tote und 22 Verletzte gemeldet, unter ihnen ein 11-jähriges Mädchen. In Winnyzja schlug eine Drohne in ein Hochhaus ein, sechs Menschen wurden verletzt. Insgesamt registrierten neun Regionen Schäden.

Während der Nacht seien Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren unter Beschuss geraten. Zu Charkiw sagte Selenskyj: „In Charkiw griffen die Russen zunächst einen Baumarkt an und führten anschließend einen zynischen Folgeangriff auf die Rettungskräfte durch“. Den Behörden zufolge wurden dabei drei Einsatzkräfte verletzt.

Nach Darstellung Selenskyjs hat Russland allein in dieser Woche rund 1.600 Gleitbomben, 48 Marschflugkörper und ballistische Raketen sowie knapp 2.300 Drohnen eingesetzt. „So reagiert Russland auf Diplomatie und die Aufhebung der Isolation“, sagte er.

Zugleich wurden aus Russland Schäden infolge ukrainischer Gegenangriffe gemeldet. In Belgorod seien bei einem Drohnenangriff zwei Menschen getötet und 14 verletzt worden, mehr als 30 Wohngebäude und weitere zivile Infrastruktur seien beschädigt, erklärte Gouverneur Alexander Schuwajew.

Das russische Verteidigungsministerium wiederum gab an, die Flugabwehr habe über Nacht in verschiedenen Regionen 532 Drohnen abgeschossen. Viele der genannten Zahlen und Behauptungen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Neue Verhandlungsrunde

Der Kreml hat Pläne für neue, von den USA vermittelte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im November bestätigt. Einen Termin nannte Berater Juri Uschakow allerdings nicht. Aus US-Regierungskreisen hieß es, die nächste Runde mit Delegationen aus den USA, der Ukraine und Russland soll in der ersten Novemberhälfte auf technischer Ebene in Abu Dhabi stattfinden; die Schweiz wurde als möglicher alternativer Ort genannt.

Ziel sei es, ein Treffen auf Spitzenebene vorzubereiten, bis dahin sei „noch viel Arbeit“ zu leisten. Selenskyj betonte, es sei „sehr wichtig, dass parallel zu den Verhandlungen die Unterstützung für die Verteidiger des Lebens nicht nachlässt“.

Die von europäischen Staaten bereits genehmigten Lieferungen von Abwehrraketen müssten zeitnah eintreffen: „Jedes solche Verteidigungspaket trägt – insbesondere vor dem Winter – dazu bei, Leben zu retten.“

Die gemeldeten Angriffe auf Energieanlagen erhöhen den Druck auf die ukrainische Stromversorgung vor Beginn der kalten Jahreszeit.

Während diplomatische Optionen neu ausgelotet werden, gehen die Angriffe weiter.

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KO KOSMO-Redaktion
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