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Gipfelwahn

„War nicht bereit aufzugeben“: Mutter ließ Söhne allein am Berg zurück

„War nicht bereit aufzugeben“: Mutter ließ Söhne allein am Berg zurück
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Dichter Nebel, ein weinendes Kind und ein Bergweg ohne Mutter: Im Südosten Polens wird eine Wandergruppe zur unerwarteten Anlaufstelle.

Zwei Buben sind in den polnischen Bieszczady-Bergen bei dichtem Nebel ohne Begleitung angetroffen worden. Eine Wandergruppe kümmerte sich um die Brüder, bis die Mutter wieder auftauchte. Die zuständigen Behörden wurden verständigt. Ob das Folgen nach sich zieht, ist den vorliegenden Angaben zufolge vorerst offen.

Zugetragen hat sich der Vorfall am Samstag im Südosten Polens. Eine Gruppe des Polnischen Tourismus- und Wandervereins (PTTK) begegnete in den Bieszczady-Bergen zwei Buben im Alter von 8 und 14 Jahren. Die beiden machten einen überforderten Eindruck, vor allem der Jüngere war in Tränen aufgelöst.

Auf Facebook beschrieb die Gruppe die Situation so: „Plötzlich hörten wir herzzerreißende Schreie und das Weinen eines Kindes“. Der dichte Nebel machte es den Brüdern beinahe unmöglich, sich auf dem Bergweg zurechtzufinden. Die PTTK-Wanderer unterbrachen daraufhin ihre eigene Tour und blieben bei den Kindern.

Aussage der Mutter

Wie die französische Zeitung Ouest France berichtet, gaben die Buben an, ihre Mutter sei ohne sie Richtung Gipfel weitergegangen, als sie nicht mehr weitergehen wollten. Bis zum Ziel wäre es noch rund eine Stunde Fußmarsch gewesen. Die Mutter habe ihnen aufgetragen, etwa 15 Minuten zu warten, sei dann aber länger ausgeblieben.

Nach Darstellung der Wanderer begründete sie ihren Entschluss mit den Worten: „Ich war nicht bereit aufzugeben.“ Beim Wiedersehen habe sie zunächst beteuert, nur kurz weg gewesen zu sein. Erst als man sie auf mögliche Folgen hingewiesen habe, habe sie sich entschuldigt. Ein Mitglied der Gruppe sagte: „Sie sagte es erst, als ich ihr erklärte, dass es rechtliche Konsequenzen haben könnte.“

Die zuständigen Behörden haben von dem Vorfall Kenntnis erhalten. Ob auf die Mutter rechtliche Konsequenzen zukommen, war vorerst nicht bekannt. Die Darstellung stützt sich auf die Schilderungen der PTTK-Gruppe sowie auf die Berichterstattung von Ouest France. Bis Redaktionsschluss lag keine offizielle Bewertung des Sachverhalts vor.

Orientierung im Nebel

Wer in den Bieszczady-Bergen in dichten Nebel gerät, verliert rasch die Orientierung – ein Risiko, das auch aus den Alpen vertraut ist. Der Bieszczady-Nationalpark empfiehlt, bei schlechter Sicht nicht auf unsicheren Wegen weiterzugehen, sondern zum letzten klar erkennbaren Wegzeichen umzukehren und abzusteigen.

Wetterlage, geplante Gehzeit und passende Ausrüstung sollten vor jeder Tour realistisch eingeschätzt werden, insbesondere wenn Kinder dabei sind.

Für Wanderinnen und Wanderer gilt: Pausen, Tempo und Routenwahl richten sich nach den Schwächsten der Gruppe, im Zweifel wird umgekehrt.

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KO KOSMO-Redaktion
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