Kroatiens Energiepreise ziehen kräftig an – und kurz vor dem Auslaufen wichtiger Preisstützungen kündigt die Regierung neue Hilfen an.
Angesichts deutlich gestiegener Energiepreise bereitet die kroatische Regierung neue Hilfsmaßnahmen vor. Nach der aktuellen Schnellschätzung des kroatischen Statistikamtes verteuerte sich Energie im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,4 Prozent, während die allgemeine Inflationsrate bei 4,1 Prozent lag. Premierminister Andrej Plenković kündigte für die nächste Regierungssitzung ein neues Herbstpaket zur Unterstützung von Bürgern und Wirtschaft an.
Plenković führte den Preisauftrieb vor allem auf die Krise im Nahen Osten und den dadurch ausgelösten Anstieg der Ölpreise auf den Weltmärkten zurück. Die Regierung wolle deshalb erneut Maßnahmen setzen, um die Auswirkungen der Energiekrise auf Bürger und Wirtschaft abzufedern. Welche konkreten Instrumente das neue Herbstpaket enthalten wird, wurde bislang nicht bekanntgegeben.
Laufendes Hilfspaket
Das im März beschlossene zehnte Hilfspaket der Regierung hat ein Gesamtvolumen von rund 450 Millionen Euro. Die Maßnahmen halten die Strompreise für Haushalte sowie öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen bis Ende September stabil; auch der Gaspreis bleibt bis dahin unverändert. Zudem begrenzt die Regierung den Preisanstieg bestimmter Kraftstoffe an Tankstellen außerhalb der Autobahnen und unterstützt unter anderem Landwirtschaft, Fischerei und öffentlichen Verkehr zusätzlich. Rund 125.000 besonders gefährdete Energieverbraucher erhalten außerdem einen monatlichen Zuschuss von 70 Euro. Mehrere zentrale Energiemaßnahmen sind bis zum 30. September 2026 befristet.
Ob die bestehenden Schutzmaßnahmen verlängert, angepasst oder durch neue Modelle ersetzt werden, ist derzeit noch offen. Konkrete Details zum neuen Herbstpaket will die Regierung bei der nächsten Sitzung präsentieren.