Serbiens Ferienhäuser werden deutlich teurer – und für manche Käufer sind sie längst mehr als nur ein Ort fürs Wochenende.
Wer in Serbien von einem eigenen Ferienhaus träumt, muss dafür zunehmend tiefer in die Tasche greifen. Im ersten Halbjahr 2026 sind die durchschnittlichen Verkaufspreise für sogenannte Vikendice – traditionelle Wochenendhäuser – in einzelnen Gemeinden massiv gestiegen. In Sremski Karlovci haben sie sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar mehr als verdoppelt, in Irig nahezu verdoppelt.
Landesweit lag der durchschnittliche Verkaufspreis im ersten Halbjahr 2026 bei 35.523 Euro, der Medianwert bei 30.000 Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 18,21 Prozent – so die aktuellen Daten des serbischen Katasteramts RGZ.
Regionale Preissprünge
Besonders ausgeprägt fällt die Preisentwicklung in einzelnen Regionen aus. In Novi Sad wurden Ferienhäuser zuletzt im Schnitt für 90.678 Euro gehandelt, der Medianpreis liegt dort bei 95.000 Euro. Noch deutlicher ist der Anstieg in Sremski Karlovci, wo die Durchschnittspreise im Jahresvergleich um 105,42 Prozent zugelegt haben. Auch Irig verzeichnet eine markante Entwicklung: Dort kletterten die Preise um 95,3 Prozent auf durchschnittlich 50.600 Euro.
Die starken prozentuellen Sprünge sollten allerdings mit Vorsicht interpretiert werden: Da in vielen Gemeinden nur relativ wenige Vikendice verkauft werden, können einzelne besonders teure oder günstige Transaktionen den Durchschnitt deutlich beeinflussen.
Dass beide Gemeinden schon länger etablierte Märkte für Wochenendhäuser sind, zeigen auch ältere Verkaufsdaten: Laut einer Auswertung des serbischen Portals Kamatica wurden 2024 in Sremski Karlovci 37 Vikendice zu Preisen zwischen 14.000 und 150.000 Euro verkauft. In Irig wechselten 36 Vikendice zu Preisen zwischen 10.000 und 160.000 Euro den Besitzer.
Wandel der Nutzung
Nach Einschätzung des Immobilienbewerters Milić Đoković verändert sich auch die Nutzung solcher Immobilien. Ein Teil der Käufer sieht Vikendice inzwischen nicht mehr nur als Wochenenddomizil, sondern als Alternative zum dauerhaften Leben in der Stadt. Steigende Lebenshaltungskosten in urbanen Zentren und hybride Arbeitsmodelle tragen seiner Einschätzung nach dazu bei, dass ganzjährig bewohnbare Häuser außerhalb der Städte attraktiver werden.
Regionen wie die Fruška gora (Gebirge zwischen Novi Sad und Belgrad) oder andere gut erreichbare Erholungsgebiete stehen dabei besonders im Fokus der Nachfrage.