114 neue Verträge, bis zu 1,5 Millionen Dinar Unterstützung und inzwischen fast 18.000 Menschen mit einem neuen Zuhause: Serbien setzt sein Programm gegen leer stehende Häuser auf dem Land fort.
In Serbien bekommen weitere Familien und Einzelpersonen staatliche Unterstützung für ein eigenes Haus auf dem Land. In Belgrad wurden jetzt 114 neue Verträge für den Kauf leer stehender Landhäuser mit Grundstück unterzeichnet. Damit setzt das Ministerium für Dorfentwicklung sein Programm fort, mit dem insbesondere jüngere Menschen dauerhaft in serbischen Dörfern angesiedelt werden sollen.
Das Programm läuft mittlerweile seit sechs Jahren. Nach Angaben des Ministeriums wurden auf diesem Weg bislang rund 4.400 Häuser bezogen und fast 18.000 Menschen ein neues Zuhause ermöglicht. Rund ein Drittel der bisherigen Teilnehmer sei dabei aus größeren Städten aufs Land gezogen.
Bis zu 1,5 Millionen Dinar vom Staat
Für 2026 hat Serbien die maximale Förderung erhöht. Der Staat übernimmt für ein geeignetes Landhaus mit Grundstück bis zu 1,5 Millionen Dinar. Auch der geschätzte Marktwert des Hauses darf diesen Betrag nicht überschreiten.
Das Geld wird nicht einfach an die Bewerber ausbezahlt. Nach der Bewilligung überweist das Ministerium die Mittel an die jeweilige Gemeinde, die anschließend den vereinbarten Kaufpreis an den Verkäufer weiterleitet.
Das Haus muss bewohnbar sein, über Wasser und Strom sowie eine Kanalisation oder Sickergrube verfügen und über eine befestigte Straße erreichbar sein. Objekte in Stadt- und Gemeindezentren sowie in Vororten sind vom Programm ausgeschlossen.
Wer sich bewerben darf
Teilnehmen können Einzelpersonen, Alleinerziehende sowie verheiratete und unverheiratete Paare. Die Bewerber müssen volljährig, serbische Staatsbürger und jünger als 45 Jahre sein. Außerdem dürfen sie grundsätzlich keine andere Immobilie in Serbien besitzen – landwirtschaftliche Flächen bilden eine Ausnahme.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist der Wohnsitz: Bewerber müssen zum Zeitpunkt der Ausschreibung seit mindestens drei Jahren ununterbrochen einen gemeldeten Wohnsitz in Serbien haben.
Hürde für die Diaspora
Damit ist das Programm für viele Menschen aus der serbischen Diaspora nur eingeschränkt zugänglich. Die serbische Staatsbürgerschaft allein reicht nicht aus. Wer beispielsweise dauerhaft in Österreich lebt und in den vergangenen drei Jahren keinen durchgehenden Wohnsitz in Serbien hatte, erfüllt eine zentrale Teilnahmebedingung nicht.
Wer die Förderung erhält, verpflichtet sich außerdem langfristig: Die gekaufte Immobilie muss zehn Jahre lang selbst bewohnt werden. In diesem Zeitraum darf sie weder verkauft noch vermietet oder als Sicherheit für einen Kredit verpfändet werden. Auch eine Versicherung des Hauses ist für diese Zeit vorgeschrieben.
Bewerbung noch möglich
Der Wettbewerb läuft, solange die dafür vorgesehenen Budgetmittel verfügbar sind, spätestens jedoch bis zum 1. November 2026. Die Mittel werden grundsätzlich in der Reihenfolge der eingereichten und bewilligungsfähigen Anträge vergeben.
Besonders gefragt waren in diesem Jahr laut RTS Häuser rund um Aleksinac, Knjaževac und Dimitrovgrad. Die größte Nachfrage gab es jedoch in Bačko Petrovo Selo sowie generell in Teilen der Vojvodina, wo die Infrastruktur vielerorts besser ausgebaut ist.