Eine kurze Taxifahrt, eine dreistellige Rechnung – in Zürich bringt ein weggefallener Preisdeckel Fahrgäste und Politiker in Rage.
In Zürich sorgen drastisch gestiegene Taxipreise für politischen Unmut. Auslöser ist eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2024, durch die im Kanton Zürich die bisherige Preisobergrenze für Taxifahrten weggefallen ist. Ueli Bamert, Kantonsrat der Schweizer Volkspartei und Co-Präsident der SVP Stadt Zürich, machte nun öffentlich auf die Folgen dieser Regelung aufmerksam.
Eine Fahrt, die keine zehn Minuten dauern sollte, hätte ihn mehr als 100 Franken gekostet – einzelne Anbieter verlangen mittlerweile 10 Franken Grundgebühr, 8 Franken pro Kilometer sowie 2 Franken pro Minute.
Politische Reaktion
Bamert kündigte an, politische Schritte zu prüfen, und brachte dabei eine mögliche Wiedereinführung von Preisgrenzen ins Spiel. Regierungsrätin Carmen Walker Späh hatte eine solche Maßnahme bereits zuvor abgelehnt. Dass das Problem kein Einzelfall ist, zeigt auch die Taxi-Sektion Zürich: Laut dem Verband gehen wöchentlich Beschwerden über überhöhte Fahrpreise ein.
Bamert selbst schilderte seine persönliche Erfahrung mit den Worten: „Wir sind ausgestiegen und haben gezahlt – wir konnten nicht anders.“
Uber als Alternative
Die Debatte beschränkt sich nicht auf die Limmatstadt. Auch in anderen europäischen Großstädten, darunter Wien, werden vergleichbare Diskussionen über Taxitarife und deren Regulierung geführt. In diesem Zusammenhang rücken alternative Fahrtdienste wie Uber zunehmend in den Blickpunkt – nicht zuletzt, weil Nutzer deren Preistransparenz als Vorteil wahrnehmen.
Unter einem Facebook-Video von Bamert brachte ein Nutzer diese Stimmung auf den Punkt: „Das Tragische daran ist, dass wir zukünftig nur noch Uber bestellen. Da ist alles sauber deklariert und abgerechnet.“