Frankreich brennt und Präsident Macron bricht sein Schweigen. Was er der Nation heute Abend sagen wird, dürfte richtungsweisend sein.
Nach massiven Ausschreitungen im Zuge landesweiter Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten wird sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Sonntag um 20.00 Uhr in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden. Die Unruhen, an denen sich nach Regierungsangaben rund 550.000 Menschen beteiligten, hinterließen eine Spur der Verwüstung: Mehr als 1.800 Personen wurden festgenommen, über 500 Polizisten und Feuerwehrleute erlitten Verletzungen.
Eskalation in Frankreich
Am Samstag eskalierte die Lage in weiten Teilen des Landes. Randalierer zündeten Fahrzeuge und Gebäude an und plünderten Geschäfte. Allein in Paris wurden 855 Menschen in Gewahrsam genommen. Besonders schwer traf es Limoges, wo das historische Rathaus nahezu vollständig in Flammen aufging. Bürgermeister Guillaume Guérin fand kaum Worte für das Ausmaß der Zerstörung: „Es gibt keine Worte, um das Geschehene zu verurteilen, so abscheulich ist es.“
Die Regierung reagierte mit scharfer Verurteilung. Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einem „extremen Ausmaß an Gewalt“, Justizminister Gérald Darmanin bezeichnete die Ereignisse als „Ausschreitungen von beispiellosem Ausmaß, die auch derzeit noch andauern“ und kündigte eine entschlossene juristische Reaktion an. Macron selbst stellte klar: „In unserer Republik ist kein Platz für Gewalt.“
Breites Protestbündnis
Die Proteste gehen auf ein breites Bündnis gesellschaftlicher Gruppen zurück, darunter die Gelbwesten-Bewegung, Gewerkschaften, Schülerinnen und Schüler sowie Landwirte. Sie alle eint der Unmut über die gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Die anhaltenden sozialen Spannungen stellen die Regierung Macron vor erhebliche innenpolitische Herausforderungen – nicht zuletzt mit Blick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl.