Drohnenalarm, Evakuierung, Nachtzug – und trotzdem angekommen. Karl Nehammers Reise nach Kiew verlief alles andere als reibungslos.
Karl Nehammer, früherer Bundeskanzler und aktueller Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), ist trotz eines Zwischenfalls während der Anreise wohlbehalten in Kiew eingetroffen. Sein Nachtzug musste in der Nacht gegen 2 Uhr früh nahe Lwiw wegen eines Drohnenalarms anhalten. Nehammer wurde dabei evakuiert, setzte seine Reise jedoch fort und erreichte die ukrainische Hauptstadt ohne weitere Komplikationen.
Auf der Plattform X kommentierte er die Situation knapp: „Meine Anreise war etwas ruppig, aber ich bin gut angekommen.“
Eindrücke aus Kiew
In Kiew nimmt Nehammer im Rahmen seiner Funktion als EIB-Vizepräsident an einer Dienstreise teil, die dem Wiederaufbau der Ukraine gewidmet ist. Die Unterbrechung des Nachtzugs durch den Drohnenalarm verdeutlichte dabei einmal mehr, unter welchen Bedingungen internationale Bemühungen in dem kriegsgebeutelten Land stattfinden.
Nehammer zeigte sich von der Haltung der ukrainischen Bevölkerung sichtlich beeindruckt: „Es ist zutiefst beeindruckend, wie professionell und gelassen die Menschen in der Ukraine mit der täglichen Gefahr, mit den vielen Angriffen und Alarmen umgehen.“ Und weiter: „Jedem von uns ist bewusst, dass wir in einem Kriegsgebiet sind.“
Innenpolitische Folgen
Die Auslandsreise hat auch innenpolitische Konsequenzen: Nehammer kann infolge seiner Abwesenheit nicht wie vorgesehen im Pilnacek-Untersuchungsausschuss aussagen. Die Terminkollision war im Vorfeld bekannt gegeben worden.
Den Fragen der Abgeordneten muss sich nun sein Nachfolger an der ÖVP- und Regierungsspitze, Christian Stocker, stellen.