Nebel, Berggipfel, zwei alleingelassene Kinder – ein Vorfall in den Bieszczady-Bergen sorgt in Polen für heftige Debatten.
In den polnischen Bieszczady-Bergen hat ein Vorfall für Aufsehen gesorgt, der Fragen zur elterlichen Verantwortung aufwirft.
Am 17. Oktober ließ eine Mutter ihre beiden Söhne – einen Achtjährigen und einen 14-Jährigen – im dichten Nebel allein zurück, um den Gipfel im Gebiet Bukowe Berdo zu erreichen. Eine Wandergruppe des Polnischen Tourismus- und Landeskundevereins PTTK stieß auf die verunsicherten Kinder, bevor die Mutter nach rund 15 Minuten zurückkehrte. Dabei hätte der Aufstieg zum Gipfel tatsächlich etwa eine Stunde in Anspruch genommen.
Klare Worte
Ihre Aussage, sie sei „nur kurz weg gewesen“, stieß auf breite Empörung. Der PTTK richtete klare Worte an die Frau: „Kein Ziel und kein Gipfel sei das wert, was ihre Kinder an diesem Tag erleben mussten.“ Erst als ihr mögliche rechtliche Folgen vor Augen geführt wurden, zeigte die Mutter Einsicht.
Der Vorfall schlug in polnischen Medien hohe Wellen und veranlasste Bergretter dazu, erneut auf die Risiken im Gebirge hinzuweisen. Dass die beiden Kinder körperlich unversehrt blieben, ist vor allem der Aufmerksamkeit der anderen Wanderer zu verdanken.