Start NEWS POLITIK Anschober: „Der Mai ist der entscheidende Monat“
CORONA-VIRUS

Anschober: „Der Mai ist der entscheidende Monat“

(FOTO: BKA/Andy Wenzel)

Heute präsentierten Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer die aktuelle Lage im Land hinsichtlich der Corona-Pandemie.

Wie Anschober erklärte, werde man auch weiterhin die Bevölkerung einmal wöchentlich über aktuelle Zahlen und Fakten informieren. Ferner habe man in Österreich die „erste Phase perfekt umgesetzt“. Während in den ersten Wochen der Corona-Krise die Infektionssteigerungen hierzulande bei weit über 50 Prozent pro Tag lagen, beläuft sie sich derzeit auf nur ein Prozent.

Zweite Phase: „schwierigste Herausforderung“
Die langsame Öffnung der Gesellschaft, die sogenannte zweite Phase, sei laut dem Gesundheitsminister nun die „schwierigste Herausforderung vor der man stehe“. Dies sehe man am Beispiel Singapur, wo die Lockerungen zunächst gut verliefen. Allerdings stand man kurz darauf vor der Gefahr einer zweiten Welle.

Die Geschäftsöffnung mit vergangenem Samstag sei „Neuland in Europa“. Man habe derzeit kein Vorbild, weshalb die Zahlen auf täglicher Basis evaluiert würden. “Wir sind noch lange nicht durch“, betonte Anschober und appellierte, vorsichtig zu sein und die angeordneten Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel der Mund-Nasen-Schutz, zu beachten.

Mai der entscheidende Monat
Eine zweite Welle wäre da Schlimmste für die Gesellschaft. Aus diesem Grund sei laut dem Gesundheitsminister der Mai der „entscheidende Monat“. Erst Anfang Juni könne man dann weitere Veränderungen in der Lage längerfristig abschätzen.

„Wenn wir das ohne Steigerungen schaffen, dann machen wir einen großen Schritt, um die Phase zwei zu schaffen“, fügte Anschober hinzu.

Neues Motto: 24,24,24
Der Gesundheitsminister kündigte an, dass man spätestens 24 Stunden nach dem Auftreten von Symptomen einen Test auf das Corona-Test durchführen möchte. 24 Stunden später soll dann das Ergebnis vorliegen und weitere 24 Stunden später alle Infektionsketten bestmöglich unterbrochen werden.

In Österreich seien derzeit 1.700 Menschen noch aktiv krank. Etwas über 400 Personen bedürfen einer Behandlung im Spital.

Eigenverantwortung
Innenminister Karl Nehammer erklärte, dass eine Steigung des Bedarfs an Eigenverantwortung zu bemerken sei, die Maßnahmen seien jedoch auch weiterhin einzuhalten. Derzeit gebe es weniger Anzeigen bzw. Strafen durch die Polizei, da die Menschen mittlerweile die Maßnahmen verinnerlicht haben.

Grenzkontrollen würden auch weiterhin in Ansprache mit den Nachbarländern abgestimmt werden. Die österreichische Polizei helfe derzeit jedoch größtenteils den Gesundheitsbehörden, um Infektionsketten zu unterbrechen. „Unser Ziel ist es, einen pandemischen Tsunami zu verhindern“, betonte Nehammer.

Corona-App
Beide Minister betonten mehrfach, dass eine mögliche App, die die sozialen Kontakte speichert, um so mögliche Infektionsketten und -cluster aufzudecken, immer auf Freiwilligkeit basieren werde. Vielmehr sei es eine digitale Ergänzung, eine Art „digitales Kontakttagebuch“.